Online-Geschäftsbericht
2013/2014
Expansion
fördern.
Kontinuität
sichern.
Wir machen starke Unternehmen stärker.

Bericht des Aufsichtsrats

Andrew Richards

ANDREW RICHARDS

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Im vergangenen Geschäftsjahr setzte die Deutsche Beteiligungs AG mit einem sehr guten Ergebnis ihre lange Erfolgsgeschichte fort. Wir haben auch 2013/ 2014 mit dem Vorstand effektiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet.

Der Aufgabe, die Geschäftsführung des Vorstands zu überwachen, kamen wir auch im zurückliegenden Geschäftsjahr entsprechend Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung kontinuierlich und intensiv nach. Der Aufsichtsrat ließ sich dazu regelmäßig zeitnah und umfassend vom Vorstand insbesondere über den Geschäftsverlauf, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, das Wettbewerbsumfeld und die Perspektiven sowie über das Risikomanagement und die Compliance in der Deutschen Beteiligungs AG schriftlich und mündlich informieren. Wir berieten umfassend über diese Themen. Soweit es Abweichungen vom geplanten Geschäftsverlauf gab, wurden sie vom Vorstand erläutert und begründet. Er unterrichtete uns auch über alle strategischen und die wichtigen operativen Entscheidungen sowie über seine künftige Geschäftspolitik.

Im Geschäftsjahr 2013 / 2014 fanden acht Aufsichtsratssitzungen statt, davon drei als Telefonkonferenz. Der Aufsichtsrat tagte teilweise auch ohne Anwesenheit des Vorstands.

Fester Bestandteil aller Plenumssitzungen waren ausführliche Berichte über die Situation in einzelnen Portfoliounternehmen. Dazu erhielten wir vom Vorstand vierteljährlich detaillierte schriftliche Berichte. Über Beteiligungen, die sich nicht planmäßig entwickelten, unterrichtete der Vorstand uns ausführlich und zeitnah. Darüber hinaus wurden wir regelmäßig über neue Beteiligungsvorhaben und geplante Veräußerungen informiert.

In der ersten planmäßigen Sitzung am 28. NOVEMBER 2013 befassten wir uns mit dem Investitionsfortschritt des DBAG Expansion Capital Fund. Der Vorstand informierte uns über das voraussichtliche Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres 2012 / 2013 und das sich daraus ergebende Ausschüttungspotenzial. Außerdem wurde das Budget 2013 / 2014 erläutert, das nach einer neuen Methodik aufgestellt worden war. Wir wirkten in der November-Sitzung an der Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a Handelsgesetzbuch) mit und gaben die Entsprechenserklärung und den gemeinsamen Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat zur Corporate Governance in der Deutschen Beteiligungs AG ab.

In der planmäßigen Sitzung am 24. JANUAR 2014 berichteten die Abschlussprüfer über das Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses zum 31. Oktober 2013. Wir stellten den Jahresabschluss fest und billigten den Konzernabschluss. Wir verabschiedeten den gemeinsamen Dividendenvorschlag und die Tagesordnung der Hauptversammlung 2014. Außerdem diskutierten wir Fragen potenzieller Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern.

In unserer Sitzung nach der Hauptversammlung am 27. MÄRZ 2014 gab uns der Vorstand einen ausführlichen Bericht zur Markt- und Wettbewerbssituation der Deutschen Beteiligungs AG; dabei wurden die Kapitalbeschaffungsseite sowie die Investitionsmöglichkeiten ausführlich erläutert. Außerdem befassten wir uns mit der Registrierung der DBAG als Kapitalverwaltungsgesellschaft nach dem Kapitalanlagegesetzbuch.

Am 12. JUNI 2014 beschäftigten wir uns außer mit den in jeder planmäßigen Sitzung behandelten Berichten zu den Portfoliounternehmen und Beteiligungsvorhaben auch mit den beiden im späteren Verlauf des Geschäftsjahrs abgeschlossenen Veräußerungen.

In den beiden telefonischen Sitzungen am 30. JUNI 2014 und am 9. JULI 2014 wurden wir über den Fortgang der Gespräche zur Veräußerung der Beteiligung an der Homag Group AG zunächst detailliert informiert, bevor wir der Veräußerung dieser Beteiligung zustimmten.

Am 11. SEPTEMBER 2014 erstattete uns der Vorstand Bericht über den Stand der Compliance in der Deutschen Beteiligungs AG. Compliance-Verstöße hat es demnach nicht gegeben. Der Vorstand berichtete auch über den Stand der Compliance-Systeme in den Portfoliounternehmen der DBAG. Größeren Raum nahmen die Präsentationen des Vorstands über die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft ein. Wir legten fest, dass wir die Effizienz unserer Arbeit im Geschäftsjahr 2014 / 2015 erneut überprüfen wollen.

Der Sprecher des Vorstands informierte den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zeitnah über wichtige Geschäftsvorfälle auch außerhalb von Sitzungen; der Gesamtaufsichtsrat wurde anschließend entsprechend unterrichtet. In alle wesentlichen Entscheidungen waren wir eingebunden. Die Veräußerung der Beteiligung an der Homag Group AG bedurfte angesichts der Größe der Beteiligung unserer Zustimmung. Weitere zustimmungsbedürftige Geschäfte gab es im Geschäftsjahr 2013 / 2014 nicht.

An den Sitzungen des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr nahmen jeweils sämtliche Mitglieder teil, sofern nicht – wie in einem Fall – ein Interessenkonflikt bezüglich des behandelten Tagesordnungspunkts vorlag. An der Sitzung des Präsidialausschusses nahmen alle Mitglieder des Ausschusses teil. Mit einer Ausnahme tagte auch der Prüfungsausschuss stets in voller Präsenz.

CORPORATE GOVERNANCE

Wir unterziehen unsere Arbeit im Aufsichtsrat regelmäßig einer Effizienzprüfung; zuletzt haben wir dies im Oktober 2013 getan. Darüber hinaus beobachten wir fortlaufend die Veränderung der Corporate-Governance-Praxis in Deutschland. Der Vorstand berichtet über die Corporate Governance des Unternehmens gemeinsam mit dem Aufsichtsrat; wir halten daran fest, den Bericht im Geschäftsbericht zu veröffentlichen, und stellen ihn außerdem zusammen mit der Erklärung zur Unternehmensführung auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung. Vorstand und Aufsichtsrat gaben im November 2014 ihre jährliche Entsprechenserklärung auf Basis des Deutschen-Corporate-Governance-Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 ab (§ 161 Aktiengesetz) und machten diese auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich.

Um seine Aufgaben zu verteilen und hierdurch noch effizienter wahrzunehmen, hat der Aufsichtsrat einen Präsidialausschuss, der auch die Aufgaben eines Nominierungsausschusses erfüllt, sowie einen Prüfungsausschuss eingerichtet.

Jedes Aufsichtsratsmitglied legt dem Aufsichtsrat möglicherweise auftretende Interessenkonflikte entsprechend den Empfehlungen des Kodex offen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Interessenkonflikt angezeigt.

ARBEIT DES PRÄSIDIALAUSSCHUSSES

Der Präsidialausschuss tagte in dieser Funktion im vergangenen Geschäftsjahr einmal: In seiner Sitzung am 21. November 2013 legte er die kurzfristige erfolgsbezogene und die langfristige Komponente der Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2012 / 2013 fest. Der Aufsichtsrat stimmte diesem Vorschlag in einer telefonischen Sitzung am 25. November 2013 nach eingehender Beratung zu. Weil Herr von Hodenberg als ehemaliges Mitglied des Vorstands und damit Empfänger einer entsprechenden Tantieme von dieser Entscheidung persönlich betroffen ist, erklärte Herr von Hodenberg einen Interessenkonflikt in eigener Sache und legte bezüglich der Entscheidung über die Tantieme der übrigen damaligen Vorstandsmitglieder einen möglichen Interessenkonflikt offen. Er wirkte daraufhin weder an der Beratung noch an der Entscheidung über die Tantieme der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2012 / 2013 mit.

Die Tantieme für das Geschäftsjahr 2013/2014 wurde in einer telefonischen Sitzung zu Beginn des neuen Geschäftsjahres am 14. November 2014 diskutiert und dem Aufsichtsrat vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat stimmte diesem Vorschlag in einer telefonischen Sitzung am 18. November 2014 nach eingehender Beratung zu. Eine weitere Sitzung im neuen Geschäftsjahr (13. Januar 2015) betraf die Verlängerung der Bestellung und des Dienstvertrages von Frau Zeidler.

ARBEIT DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES

Der Prüfungsausschuss hat sich im vergangenen Geschäftsjahr in sechs Sitzungen mit dem Jahresund dem Konzernabschluss, dem Halbjahresfinanzbericht und den Quartalsfinanzberichten befasst, die jeweils vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand erörtert wurden. Darüber hinaus wurden sonstige Fragen der Rechnungslegung erörtert, etwa die Auswirkung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 10 auf den Konsolidierungskreis und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des DBAG-Konzerns. Wir haben den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems überwacht. Dabei ergaben sich von unserer Seite keine Beanstandungen an der Praxis der Gesellschaft.

Darüber hinaus befassten wir uns mit der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Außerdem erörterten wir die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, die Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und die Honorarvereinbarung des Abschlussprüfers.

Den Anforderungen der §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 AktG, wonach mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats respektive Prüfungsausschusses über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen muss, entsprechen wir weiterhin gleich in mehrfacher Weise. Insbesondere der Vorsitzende des Prüfungsausschusses verfügt zugleich über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren.

Die Vorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse.

ABSCHLUSSPRÜFUNG OHNE BEANSTANDUNGEN

Bevor der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlug, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer zu wählen, hatte er von KMPG eine Unabhängigkeitserklärung erbeten und erhalten. Im Anschluss an die Hauptversammlung 2014, die unserem Wahlvorschlag gefolgt war, beauftragte ich als Aufsichtsratsvorsitzender KPMG mit der Prüfung. Der Auftrag sieht vor, dass wir unverzüglich über alle für unsere Aufgaben wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse informiert werden, die sich im Zuge der Prüfung ergeben.

KPMG hat den Jahresabschluss der Deutschen Beteiligungs AG für das Geschäftsjahr 2013 / 2014 und den zusammengefassten Lagebericht der Deutschen Beteiligungs AG und des Konzerns einschließlich der zugrunde liegenden Buchführung geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Das Gleiche gilt für den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013 / 2014. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 Handelsgesetzbuch anzuwendenden Vorschriften entspricht und dass der Konzernabschluss insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Der Aufsichtsrat hat den geprüften und testierten Jahresabschluss der Deutschen Beteiligungs AG zum 31. Oktober 2014 und den zusammengefassten Lagebericht der Deutschen Beteiligungs AG und des Konzerns rechtzeitig erhalten, unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschussvorsitzenden und der Abschlussprüfer selbst geprüft und die Unterlagen mit dem Vorstand in Anwesenheit der Abschlussprüfer im Einzelnen besprochen. Dies gilt auch für den Konzernabschluss sowie für den Vorschlag zur Gewinnverwendung.

Die Abschlussprüfer erläuterten in unserer Sitzung am 27. November 2014 die im Rahmen der Vorprüfung gewonnenen Erkenntnisse. In der Sitzung am 20. Januar 2015 sowie in der Sitzung des Prüfungsausschusses am selben Tag stellten sie die Ergebnisse ihrer Prüfung dar. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Sie berichteten auch über Leistungen, die sie zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbracht haben. Unsere Fragen beantworteten die Abschlussprüfer eingehend. Auch nach eigener eingehender Prüfung sämtlicher Vorlagen durch den Aufsichtsrat haben sich keine Beanstandungen ergeben. Dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer stimmten wir zu. Am 20. Januar 2015 billigten wir entsprechend dem Vorschlag des Prüfungsausschusses den Konzernabschluss und den Jahresabschluss der Deutschen Beteiligungs AG. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Der Aufsichtsrat schließt sich nach dieser Prüfung dem Vorschlag des Vorstands an, 27,4 Millionen Euro auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 64,9 Millionen Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

Im vergangenen Geschäftsjahr setzte die Deutsche Beteiligungs AG mit einem sehr guten Ergebnis ihre lange Erfolgsgeschichte fort. Allen, die daran mitgewirkt haben, gebührt unsere höchste Anerkennung. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre ausgezeichnete Leistung und ihr großes Engagement auch im vergangenen Geschäftsjahr.

Frankfurt am Main, 20. Januar 2015

Andrew Richards
Vorsitzender des Aufsichtsrats