Online-Geschäftsbericht
2013/2014
Expansion
fördern.
Kontinuität
sichern.
Wir machen starke Unternehmen stärker.
Mitglieder des Vorstands

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Von links nach rechts:
DR. ROLF SCHEFFELS, TORSTEN GREDE (Sprecher), SUSANNE ZEIDLER

 

Frankfurt am Main, 20. Januar 2015

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

2015 ist ein besonderes Jahr für die Deutsche Beteiligungs AG. Im Herbst blicken wir auf 50 Jahre Beteiligungen im deutschen Mittelstand zurück. Fünf Jahrzehnte, in denen wir mit maßgeschneiderten Eigenkapitallösungen Wachstum finanziert und Veränderungsprozesse ermöglicht haben. Fünf Jahrzehnte, in denen wir weitsichtige Unternehmer und mutige Manager begleitet haben, ihre Unternehmen weiterzuentwickeln. Schließlich: Fünf Jahrzehnte, in denen die DBAG das Beteiligungsgeschäft in Deutschland maßgeblich mitgeprägt hat. Wir sind nicht stehengeblieben. Aus unserer erfolgreichen Investitionstätigkeit haben wir in den vergangenen Jahren ein wachsendes Fondsgeschäft entwickelt und schaffen heute Wert auf zwei Wegen – durch die Beratung von Private-Equity-Fonds und wie eh und je als Investor.

Dass die DBAG heute zu den erfolgreichsten PrivateEquityGesellschaften in Deutschland zählt, hat sicher mehrere Gründe. Einer ist die Tatsache, dass wir unseren Investitionsgrundsätzen treu geblieben sind: der Beteiligung an entwicklungsfähigen, starken Unternehmen mit herausragender Marktstellung und gutem Management.

Investieren, Entwickeln und schließlich Realisieren von Wertsteigerungen bilden in unserem Geschäft einen Dreiklang. 2013/2014 haben wir zwei ältere Beteiligungen veräußert und den Wert realisiert, der sich über viele Jahre aufgebaut hatte. Unser junges Portfolio machte uns viel Freude. Die weitaus meisten Portfoliounternehmen entwickelten sich gut und leisteten einen erfreulichen Wertbeitrag. Das erwarten wir auch von den Unternehmen, in die wir jüngst investiert haben. Über alle drei Aspekte unseres Geschäfts informieren wir Sie gern.

Zunächst zu den Veräußerungen. Wie so oft in den vergangenen Jahren konnten wir Käufer interessieren, für die unsere Beteiligungen einen strategischen Wert haben. Das hat sich im Preis bemerkbar gemacht. An der Homag Group AG hatte sich die DBAG 1997 beteiligt.

2007 führten wir das Unternehmen an die Börse; bereits der Erlös hieraus übertraf die investierte Summe bei weitem. Mit der vollständigen Veräußerung im vergangenen Sommer konnten wir eine Transaktion abschließen, die gemessen am absoluten Erlös zu den erfolgreichsten in der DBAG-Geschichte zählt. Daraus speist sich die Sonderdividende, die wir erneut vorschlagen – zum neunten Mal in zehn Jahren. Mit dem Autohaus Dr. Vogler wurde im Oktober 2014 nach 39 Jahren eine ebenfalls sehr erfolgreiche Beteiligung wiederum an einen strategischen Käufer veräußert.

Zur Entwicklung des Portfolios. 15 aktive Beteiligungen umfasste unser Portfolio am Bilanzstichtag – zehn Management-Buy-outs und fünf Wachstumsfinanzierungen. Zwei Zahlen verdeutlichen, wie gut sich die Unternehmen insgesamt entwickelt haben. Sie steigerten ihren Umsatz im Vorjahresvergleich um durchschnittlich neun Prozent. Noch stärker verbesserten sie ihre Ertragskraft: zwölf Prozent im Durchschnitt. Eine wichtige Grundlage für das gute Bewertungsergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres. Insbesondere die jungen Unternehmen im Portfolio entfalteten ihr Potenzial. Acht der 15 aktiven Beteiligungen sind jünger als zwei Jahre; sie repräsentieren rund 45 Prozent des Portfoliowertes. Vom Kapitalmarkt bekamen wir Rückenwind. Ein Teil des Wertzuwachses geht auf höhere Bewertungsmultiplikatoren zurück.

Schließlich die Investitionen. Mit ihnen legen wir den Grundstein für positive Wertbeiträge in den kommenden Jahren. 20 Millionen Euro haben wir 2013/2014 aus der Bilanz der DBAG investieren können. Wir beteiligten uns an einer Bäckereikette und stellten Portfoliounternehmen weitere Mittel für ihre Expansion zur Verfügung. „Unser Heimatbäcker“ gehört zu den zehn größten Bäckereiketten in Deutschland. Das Unternehmen wächst schnell und gestaltet aktiv die Veränderungen auf seinem Markt. Nach „Schülerhilfe“ im vergangenen Geschäftsjahr ist es das zweite Unternehmen, dessen Entwicklung vor allem vom deutschen Inlandsmarkt und der Endverbrauchernachfrage bestimmt wird. Beide Branchen – Nachhilfe und Bäckereien – gelten als wenig konjunkturabhängig. So verändert sich das Risikoprofil unseres Portfolios positiv, das nun – nach Veräußerung der mit Abstand größten Beteiligung – auch unter Größengesichtspunkten ausgewogener ist.

Das Investmentteam hat sich 2013/2014 mit vielen interessanten Unternehmen befasst. Gern hätten wir mehr investiert. Allerdings gilt unverändert: Wir wollen nicht in möglichst viele, sondern in möglichst gute Unternehmen investieren. Außerdem: Der Wett bewerb ist intensiver geworden. Strategische Investoren vergrößern sich durch Zukäufe. Getrieben vom niedrigen Zinsniveau buhlen Akteure wie Stiftungen und Family Offices um attraktive Unternehmen. Wir reagieren darauf mit einer kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse, und wir haben unser Investmentteam weiter verstärkt.

Mit dem Geschäftsjahr 2013/2014 sind wir sehr zufrieden. Das Konzernergebnis von 47,8 Millionen Euro übertrifft unsere Erwartungen. Es entspricht einer Rendite auf das Eigenkapital von 15,8 Prozent, nahezu eine Verdoppelung gegenüber unserer Prognose von mindestens acht Prozent. Das Geschäftsjahr 2013/2014 reiht sich ein in eine Vielzahl erfolgreicher Jahre; im ZehnJahresDurchschnitt steigerten wir das Eigen kapital je Aktie um 15,3 Prozent pro Jahr.

Zum Konzernergebnis haben neben Veräußerungsgewinnen und dem Wertzuwachs der Portfoliounternehmen ganz maßgeblich auch Erträge aus der Fondsverwaltung und beratung beigetragen. Sie sind noch einmal gestiegen und inzwischen knapp doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren. Innerhalb einer Dekade haben sie sich mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung zeigt, welchen Wert institutionelle Investoren der Marke „Deutsche Beteiligungs AG“, ihrem Investmentteam und dem bei uns versammelten Erfahrungsschatz mittlerweile zumessen. Das von uns verwaltete und beratene Kapital beträgt knapp eine Milliarde Euro – ohne die Mittel, die Sie, die Aktionärinnen und Aktionäre, uns anvertraut haben. Auch das ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2004.

Der Erfolg aus unserer Investitionstätigkeit ist Ihnen immer wieder in Form hoher Ausschüttungen zugutegekommen. Wir treffen Vorsorge, auch in Jahren ohne besondere Veräußerungsgewinne eine Basisdividende zahlen zu können. Erfolgreiche Veräußerungen wie 2013/2014 ermöglichen dann eine Sonderdividende. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, 2,00 Euro je Aktie auszuschütten; darin ist eine Sonderdividende von 1,60 Euro enthalten.

Wir feiern in diesem Jahr ein weiteres Jubiläum: Im Dezember 2015 jährt sich zum 30. Mal die Erstnotierung der DBAG-Aktie. Wer seit 1985 DBAG-Aktien hält und die Dividenden wieder in sein Wertpapier investiert hat, kann sich über eine jährliche Rendite von rund 9,6 Prozent freuen. Auch wer später Aktionär wurde, machte mit seiner Beteiligung an der DBAG ein einträgliches Geschäft. In den vergangenen zehn Jahren rentierte unsere Aktie mit durchschnittlich mehr als 16 Prozent jährlich nahezu doppelt so gut wie Investitionen in Dax oder SDax. Im zurückliegenden Geschäftsjahr schaffte unsere Aktie einen Wertzuwachs um knapp 20 Prozent.

Damit sich die Entwicklung so fortsetzt, werden die Unternehmen in unserem Portfolio den Weg weitergehen, den wir gemeinsam bei Beteiligungsbeginn eingeschlagen haben. Oft stand in der Wegbeschreibung „Wachstum“. Deshalb haben wir diesen Geschäftsbericht unter das Motto „Expansion ermöglichen. Kontinuität sichern“ gestellt. Am Beispiel des Maschinen-und Anlagenbauers Broetje-Automation zeigen wir, was wir darunter verstehen. In einem Magazin können Sie 50 Jahre Deutsche Beteiligungs AG nachvollziehen. Dort wird deutlich: Das Bekenntnis zum deutschen Mittelstand prägt unsere Unternehmensgeschichte.

An diesem Bekenntnis halten wir fest. Wir finden unsere Beteiligungen häufig in den Branchen, für die der deutsche Mittelstand weltweit anerkannt ist. So wie die Beteiligungen, die wir zu Beginn des neuen Geschäftsjahres vereinbart haben. Die drei Unternehmen haben eine mehr als 100jährige Geschichte. Ein Hersteller für Spezialfolien und ein Maschinenbauunternehmen können jetzt losgelöst von Konzernbanden Wachstums möglichkeiten wahrnehmen, eine Gießerei wird sich unter Begleitung der DBAG weiterentwickeln. Ein guter Start auf der Investitionsseite.

Was dürfen Sie im Jubiläumsjahr 2014/2015 von Ihrer DBAG erwarten? Ein anhaltend großes Engagement des Investmentteams zur Wertsteigerung der vorhandenen Beteiligungen und für weitere Investitionen in neue Unternehmen. Unverändert kontinuierliche, transparente Information; die Beobachtung durch den Kapitalmarkt motiviert uns. Und ein Konzernergebnis, das – auf vergleichbarer Basis, also ohne die Effekte aus der veräußerten Beteiligung an Homag – leicht über dem des vergangenen Geschäftsjahres liegt. Veräußerungen lassen sich in unserem Geschäft kaum planen, weder der Zeitpunkt noch der Preis; deshalb stützen wir unsere Ein-Jahres-Prognose auf unsere Kostenplanung, die absehbaren Erträge aus dem Fondsgeschäft und den Wertbeitrag aus unserem Portfolio. Dieser dritte Bestandteil birgt die größte Unsicherheit, denn gegen konjunkturelle Einflüsse sind Portfoliounternehmen nicht immun. Verwerfungen und Stimmungsänderungen an den Kapitalmärkten können Unternehmensbewertungen rasch und deutlich verändern und so unser Jahresergebnis erheblich beeinflussen. Beide Risiken haben sich nach unserer Einschätzung erhöht.

Den Erfolg eines jeden einzelnen Investments messen wir erst am Ende der Beteiligungsdauer; sie beträgt nicht ein Jahr, sondern meistens vier bis sieben Jahre. In dieser Zeit wollen wir unsere Portfoliounternehmen wertvoller machen. Und so auch weiterhin Wert für Sie schaffen. 50 erfolgreiche Jahre sind für uns kein Grund zum Ausruhen, sondern Ansporn und Auftrag, die bisherige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Torsten Grede Dr. Rolf Scheffels Susanne Zeidler