Online-Geschäftsbericht
2013/2014
Expansion
fördern.
Kontinuität
sichern.
Wir machen starke Unternehmen stärker.

Chancen und Risiken

CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Ziel: Chance-Risiko-Verhältnis optimieren

Die Geschäftspolitik der Deutschen Beteiligungs AG ist darauf ausgerichtet, durch erfolgreiche Investitionen in Unternehmensbeteiligungen den Unternehmenswert der DBAG zu steigern. Mit anderen Worten: Wir nutzen die Chancen zur Beteiligung an vielversprechenden Unternehmen. Diese Chancen wahrnehmen zu können setzt ein effektives Chancenmanagement voraus, zum Beispiel durch laufende Marktbeobachtung und strukturierte Analyse der identifizierten und infrage kommenden Beteiligungsmöglichkeiten.

Unser Risikomanagement soll einen umfassenden Überblick über die Risikolage des Konzerns gewährleisten. Insbesondere Risiken mit wesentlichen negativen finanziellen Auswirkungen auf den Konzern sollen früh erkannt werden, damit wir Maßnahmen zur Vermeidung, Reduzierung oder zur Bewältigung dieser Risiken ergreifen können.

Das Umgehen mit Chancen und Risiken ist unser Tagesgeschäft; wir betrachten es als einen integrierten, kontinuierlichen unternehmerischen Prozess. Ziel ist es, das Chance-Risiko-Verhältnis zu optimieren. Dabei sollen bestandsgefährdende Risiken vermieden werden.

Strategie: Alle Phasen der Investitionstätigkeit angemessen begleiten

Zu den wesentlichen Aufgaben des Risikomanagements gehört es, Risiken zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern und zu überwachen. Dazu erarbeiten die Verantwortlichen Vorschläge zur Gestaltung der Risikomanagementprozesse, zur angemessenen Einschätzung geschäftsspezifischer Chancen und Risiken sowie zur Nutzung der Chancen und Risiken.

Die wesentlichen Chancen und Risiken unseres Geschäfts beziehen sich auf die vier Phasen unserer Investitionstätigkeit, also das Identifizieren, den Erwerb, das Halten und die Veräußerung von Beteiligungen. Das Chancen- und Risikomanagement berücksichtigt deshalb detaillierte Informationen aus dem operativen Geschäft des Investmentteams. Die Optimierung des Chance-Risiko-Verhältnisses beginnt mit der Analyse potenzieller Investments und setzt sich fort in der Anwendung geeigneter Instrumente zur Überwachung und Begleitung unserer Portfoliounternehmen, dem Kern unseres operativen Geschäfts.

Struktur: Direkte Verantwortung beim Vorstand

Grundlage des Risikomanagementsystems ist ein Risikohandbuch. Hier sind alle aus unserer Sicht wesentlichen Risiken dargestellt und bewertet. Die Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung der Risiken dokumentieren wir. Sie sind fest in die Geschäftsabläufe des Konzerns integriert. Dies wird über organisatorische Vorgaben und die Festlegung von Prozessen sichergestellt. Hinzu kommt eine Vielzahl von Instrumenten und Maßnahmen, die wir zur Überwachung und Steuerung der spezifischen Unternehmenschancen und -risiken einsetzen. Das Risikomanagement liegt in der Verantwortung des Vorstands: Es ist ein Risikomanager ernannt, der direkt an den CFO berichtet.

Prozesse: Vorstand bewertet Chancen und Risiken regelmäßig

Überwachung, Pflege und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems obliegen einem Risikomanager, der an das verantwortliche Vorstandsmitglied berichtet. Die Ergebnisse der laufenden Risikobeobachtung werden dem Gesamtvorstand vierteljährlich in einem Risikomanagementbericht vorgestellt. Im Fall unerwartet auftretender bedeutsamer Ereignisse – sie können sich zum Beispiel aus einzelnen Portfoliounternehmen ergeben – ist eine sofortige Berichterstattung vorgesehen.

Der Vorstand befasst sich unmittelbar mit der Bewertung und Steuerung der Chancen und Risiken. Er prüft regelmäßig, ob sich Einschätzungen verändern und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen sind. Grundsätzlich wird jedes Portfoliounternehmen einem Mitglied des Vorstands zugeordnet, das zugleich Mitglied des Investmentteams ist. Dies gewährleistet, dass wesentliche neue Informationen zu Chancen und Risiken dem gesamten Vorstand unmittelbar und kurzfristig bekannt werden.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat mindestens einmal im Quartal umfassend über die Risikolage der Gesellschaft und der Portfoliounternehmen. Bei einer unerwarteten erheblichen Änderung der Risikolage wird der Aufsichtsrat zeitnah vom Vorstand unterrichtet.

ZIELKONFORME INVESTITIONSSTRATEGIE

Die Deutsche Beteiligungs AG beteiligt sich grundsätzlich nur an etablierten Unternehmen, deren Geschäftsmodell sich bereits bewährt hat. Darüber hinaus sollen sich unsere Portfoliounternehmen in ihrem – möglicherweise sehr kleinen – Markt bereits eine führende Stellung erarbeitet haben.

Co-Investments in Form von Wachstumsfinanzierungen können bereits während der Beteiligungsphase einen Teil des insgesamt mit dem Investment zu erzielenden Ertrags in Form von Dividenden oder Zinsen generieren. Der maßgebliche Gewinn aus einem MBO wird hingegen üblicherweise erst am Ende der Beteiligungsphase realisiert. Nach unserer Einschätzung und Erfahrung weisen Wachstumsbeteiligungen wegen der eher niedrigeren Verschuldung der Unternehmen ein tendenziell geringeres Risiko auf als MBOs. Wir erwarten aber auch eine etwas geringere Rendite.

Die Entwicklung einzelner Portfoliounternehmen beeinflusst unmittelbar den Geschäftserfolg unserer Gesellschaft. Wenn sich ein Portfoliounternehmen ungünstig entwickelt und dessen Wert sinkt, soll dies unsere Gesellschaft nicht gefährden. Daher achten wir grundsätzlich auf eine Begrenzung der Investitionshöhe je Beteiligung. Die Anschaffungskosten sollen im Investitionszeitpunkt zehn Prozent des Eigenkapitals der DBAG nicht übersteigen. Eine asymmetrische Wertentwicklung einzelner Beteiligungen kann gleichwohl dazu führen, dass der Wert eines einzelnen Portfoliounternehmens auf mehr als zehn Prozent des Eigenkapitals der DBAG steigt.

Die DBAG konzentriert sich auf Beteiligungen an größeren Unternehmen. Es hat sich gezeigt, dass solche Unternehmen tendenziell über ein erfahreneres Management verfügen, eine gefestigtere Marktposition haben und in sich stabiler sind, zum Beispiel weil sie global agieren können. Co-Investments an größeren Unternehmen reduzieren demnach tendenziell Risiken. Um größere Unternehmen erwerben zu können und zugleich durch eine Vielzahl solcher Unternehmen eine Diversifikation nach Branchen, Endabnehmermärkten und Geschäftsmodellen zu erreichen, ist eine breite Kapitalbasis notwendig. Die DBAG erreicht diese gemeinsam mit den DBAG-Fonds.

Die Vielfalt im Portfolio – sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Beteiligungen als auch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle – begrenzt nicht nur das Risiko, sie eröffnet zugleich Chancen. Die DBAG investiert in Unternehmen, die über ein vielversprechendes Entwicklungspotenzial verfügen. Solche Unternehmen findet man in unterschiedlichen Sektoren des deutschen Mittelstands. Neben stark zyklischen Geschäftsmodellen stehen Unternehmen, die die eher stabile Konsumnachfrage bedienen und so die Wirkung konjunktureller Ausschläge mindern. Dennoch gibt es Schwerpunkte bestimmter Sektoren im Portfolio. So hatten etwa Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres mit 49 Prozent einen signifikanten Anteil am Portfolio. Allerdings sind die Portfoliounternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in sehr unterschiedlichen Nischenmärkten und regionalen Märkten tätig, sodass nach unserer Auffassung kein besonderes Branchenrisiko vorliegt.

Die Konzentration im Portfolio der DBAG ist im vergangenen Geschäftsjahr zwar zurückgegangen. Gleichwohl entfallen zum aktuellen Stichtag 53,2 Prozent des Portfoliowertes auf lediglich fünf Portfoliounternehmen. Das Risiko daraus halten wir angesichts des zum Bilanzstichtag hohen Anteils flüssiger Mittel am Eigenkapital der Gesellschaft und eines entsprechend kleineren Anteils der Finanzanlagen jedoch für akzeptabel.

Unsere Co-Investments gehen wir üblicherweise ohne die Verpflichtung ein, Portfoliounternehmen in Krisenzeiten nachfinanzieren zu müssen. Dennoch kann dies aus unterschiedlichen Gründen geboten sein, etwa zur Sicherung von Ertragschancen oder aus Reputationsgründen. Wir können nicht ausschließen, dass solche Nachfinanzierungen auch künftig erforderlich werden. Den zusätzlichen Finanzierungsbedarf eines Portfoliounternehmens prüfen wir anhand derselben Kriterien, die wir für ein Neuinvestment anlegen. Darüber hinaus können weitere Aspekte in die Entscheidung einfließen. Unter Umständen liegt deshalb das Risikoprofil für das Nachinvestment über dem eines Neuinvestments.

ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN

 Eintritts-
wahrscheinlichkeit
Mögliche
finanzielle
Auswirkung
Risikolage
im Vergleich zum
Vorjahr
Umfeld- und Branchenrisiken      
Konjunkturelle Zyklen wahrscheinlich bedeutsam erhöht
Veränderung der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen möglich moderat unverändert
       
Unternehmensstrategische und operative Risiken      
Zugang zu Beteiligungsmöglichkeiten möglich bedeutsam unverändert
Wertentwicklung der Portfoliounternehmen möglich bedeutsam unverändert
Mittelbeschaffung (Fundraising) möglich bedeutsam unverändert
Personalrisiken möglich bedeutsam unverändert
Operationelle Risiken unwahrscheinlich bedeutsam verringert
       
Finanzrisiken      
Eigenkapital zur Finanzierung von Investitionen (Liquidität) unwahrscheinlich bedeutsam unverändert
Verfügbarkeit von Fremdkapital für Akquisitionsfinanzierungen möglich bedeutsam unverändert
Währungs- und Zinsrisiken möglich moderat erhöht

Die nachfolgend beschriebenen – nach Einschätzung des Vorstands wesentlichen – Einzelrisiken können unter Umständen einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Deutschen Beteiligungs AG, auf den Kurs ihrer Aktie und die Reputation der Gesellschaft haben. Auch Risiken, die noch nicht bekannt sind oder die gegenwärtig als unerheblich eingeschätzt werden, können die Entwicklung der DBAG beeinträchtigen. Zudem beschreiben wir, welche Maßnahmen im Chancen- und Risikomanagement eingesetzt werden.

UMFELD- UND BRANCHENRISIKEN

Konjunkturelle Zyklen: Beteiligungsauswahl soll Risiken mindern

Die Entwicklung unserer Portfoliounternehmen wird durch unterschiedliche Marktfaktoren beeinflusst. Dazu zählen geografische und branchenspezifische Konjunkturverläufe, politische und finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen, Rohstoffpreise und Wechselkurse. Der wirtschaftliche Erfolg unserer Beteiligungen, konkret: deren Ertrags- und Finanzlage, bestimmt die Entwicklung des Zeitwertes der Portfoliounternehmen und überträgt sich so auf die Ertragsund Vermögenslage des Konzerns. Darüber hinaus gehen die Bewertungsverhältnisse an den Kapital- und Finanzmärkten in die Ermittlung des Zeitwertes unserer Portfoliounternehmen ein.

Informationen über die Haltedauer der aktuellen Beteiligungen

Die Marktfaktoren ändern sich zum Teil sehr kurzfristig. Wir können darauf nur eingeschränkt reagieren. Kurzfristige Ergebnisse sind für den Erfolg im Private-Equity-Geschäft jedoch nicht maßgeblich. Unseren Investitionsentscheidungen liegen Planungen zugrunde, die eine Wertentwicklung im Verlauf mehrerer Jahre vorsehen. Die Haltedauer unserer Beteiligungen geht daher üblicherweise über die Länge einer einzelnen Konjunkturphase hinaus. Die in den vergangenen zehn Geschäftsjahren realisierten Beteiligungen (MBOs und Wachstumsfinanzierungen) haben wir im Durchschnitt gut fünf Jahre gehalten.

Den Chancen und Risiken von Konjunkturzyklen tragen wir durch die Auswahl der Portfoliounternehmen Rechnung. Grundlage dafür ist unsere Investitionsstrategie. Wir lassen uns aber auch von spezifischen Abwägungen leiten, nicht zuletzt vom Kaufpreis für eine neue Beteiligung. Dieser muss Chancen auf die Erzielung einer dem Risiko angemessenen Rendite auf die Beteiligungsinvestition bieten.

Nach „Schülerhilfe“ im vergangenen Geschäftsjahr ist „Unser Heimatbäcker“ das zweite Unternehmen, das einen deutlich stärkeren Fokus auf den deutschen Inlandsmarkt und die Endverbrauchernachfrage hat als einige unserer anderen Portfoliounternehmen. Zudem gelten die beiden Branchen – Nachhilfe und Bäckereien – als stabil und wenig konjunkturabhängig. Das Geschäft der meisten Portfoliounternehmen hingegen ist mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten international aufgefächert. Einzelne länderspezifische Konjunkturtrends sollten die Wertentwicklung des Gesamtportfolios normalerweise nicht wesentlich beeinflussen. Im Fall eines massiven weltweiten Konjunktureinbruchs sind negative Folgen für Portfoliounternehmen und ihre Bewertung hingegen nicht zu vermeiden.

Wir erwarten einen solchen massiven Einbruch derzeit zwar nicht; gleichwohl sehen wir eine Vielzahl von Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Zu nennen sind eine deutlich verschlechterte geopolitische Situation, eine anhaltende Wachstumsschwäche in Europa und in etlichen Wachstumsstaaten sowie die Zinspolitik der Notenbanken. Die politischen Auseinandersetzung in Osteuropa haben bereits Wirtschaftssanktionen nach sich gezogen, und in mehreren Weltregionen gibt es kriegerische Auseinandersetzungen, die zu eskalieren drohen. In wesentlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Frankreich, Italien) ist die konjunkturelle Dynamik schwach. Auch in Deutschland hat sich das Wachstum abgeschwächt. Falls die Niedrigzinspolitik der wichtigsten Notenbanken beendet würde, würde dies – je nach Zeitpunkt und Ausgestaltung der Zinswende – die Gefahr größerer makroökonomischer Verwerfungen und höherer Volatilität an den Kapitalmärkten bergen.

Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen: Höhere Rechtssicherheit nach Registrierung als Kapitalverwaltungsgesellschaft

Unser Geschäft unterliegt vielfältigen regulatorischen und steuerlichen Einflüssen. Sie wirken sich auf das unmittelbare Beteiligungsgeschäft aus, aber auch auf die Möglichkeiten, Fonds einzuwerben, zu verwalten und zu beraten. Daraus erwachsen Risiken, aber gelegentlich eröffnet eine neue Regulierung unserer Gesellschaft auch Chancen.

Erfreulicherweise konnten wir das Registrierungsverfahren nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) fristgerecht im Juli 2014 abschließen und sind seither als Kapitalverwaltungsgesellschaft registriert. Allerdings besteht bezüglich der Auslegung dieses sehr neuen Gesetzes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auch weiterhin eine gewisse Rechtsunsicherheit. Das KAGB stellt auch neue Regularien für den Vertrieb von Fondsanteilen auf. Inwieweit uns dies materielle Einschränkungen beim Einwerben der nächsten DBAG-Fonds nach sich ziehen wird, ist noch nicht im Detail absehbar. Auch das Zusammenspiel des KAGB mit dem Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) ist noch nicht abschließend geklärt und bedarf zudem der Auslegung zweier unterschiedlicher Aufsichtsbehörden. Für das UBGG ist dies das Hessische Wirtschaftsministerium, für das KAGB die BaFin.

Die Richtlinie der Europäischen Kommission zur Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa definiert EU-weit geltende Anforderungen unter anderem hinsichtlich der Kapitalausstattung (Solvabilität) und des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen. Diese Richtlinie („Solvency II“) ist noch nicht in deutsches Recht umgesetzt. Das soll jedoch bis Ende März 2015 geschehen, sodass von 2016 an die neuen Regeln angewendet werden können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dann für Versicherungsunternehmen schwieriger wird, Investitionszusagen für Private-Equity-Fonds zu geben. Versicherungsunternehmen stellen jedoch nur einen (kleinen) Teil der potenziellen Investoren für Private-Equity-Fonds dar. So sind etwa Versorgungswerke und Pensionsfonds von der Richtlinie nicht betroffen. Andererseits könnten Versicherungsunternehmen ihre Private-Equity-Anlagen dann über Aktiengesellschaften tätigen; dies böte die Chance einer zusätzlichen Nachfrage für unsere Aktie.

Grundlegende Änderungen des Steuerrechts, die zu einer Besteuerung ausländischer Gesellschafter deutscher Fondsgesellschaften in Deutschland führen, würden gravierende Nachteile für die DBAG bedeuten. Denn internationale Investoren können in Deutschland Private-Equity-Investitionen auch über solche Wettbewerber der Deutschen Beteiligungs AG tätigen, die über ausländische Fondsstrukturen in Deutschland investieren. Dies würde unsere Chancen beschneiden, Mittel für DBAG-Fonds einzuwerben. Verschlechterungen der steuerlichen Rahmenbedingungen könnten uns deshalb zu einschneidenden strukturellen Veränderungen zwingen. Dazu kann auch eine Verlagerung des Unternehmenssitzes gehören.

Risiken können auch aus ausländischem Recht entstehen, das Finanzinvestoren, Fondsinvestoren oder Fonds reguliert. Insbesondere nach der jüngsten Finanzkrise sind Regeln verändert worden, etwa in den USA. Gegenwärtig können wir allerdings nicht erkennen, dass aus dem sogenannten Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act (DFA) oder aus dem Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) Einschränkungen für unsere Geschäftstätigkeit entstehen könnten.

Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Vermarktung unserer Aktie prüfen wir regelmäßig. Von den Beschränkungen der britischen Finanzaufsicht für „Non Mainstream Pooled Investment Products“ ist unsere Aktie nicht betroffen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE UND OPERATIONELLE RISIKEN

Zugang zu Beteiligungsmöglichkeiten: Transaktionsquellen erschließen

Der Zugang zu neuen Investitionsmöglichkeiten ist von entscheidender Bedeutung für uns. Ohne genügend attraktive Beteiligungsmöglichkeiten können wir unser Geschäftsmodell nicht erfolgreich weiterführen. Die Investoren der DBAG-Fonds erwarten einen Investitionsfortschritt, der dem zugesagten Fondsvolumen angemessen ist. Würde ein Teil der zugesagten Mittel innerhalb der festgelegten Investitionsperiode nicht investiert, würde dies unsere Chancen schmälern, Mittel für einen Nachfolgefonds einzuwerben. Der Nachfolgefonds könnte dann kleiner ausfallen, im ungünstigsten Fall käme kein neuer Fonds zustande. Möglicherweise würden Fondsinvestoren auch eine geringere Vergütung für die Verwaltung oder Beratung bereits bestehender Fonds gewähren.

Auf die Entwicklung des Private-Equity-Marktes insgesamt haben wir allerdings keinen Einfluss. In jüngster Zeit hat sich unser Wettbewerbsumfeld verändert: Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase und des damit verbundenen reichhaltigen Kapitalangebots konkurrieren Finanzinvestoren zunehmend nicht nur mit strategischen Investoren, sondern auch mit Stiftungen und Family Offices, die höherrentierliche Anlagen suchen.

Nur sehr eingeschränkt können wir das Risiko eines Rückgangs der Anzahl potenzieller Transaktionen begrenzen. Wir begegnen dem unter anderem, indem wir uns Transaktionsmöglichkeiten erschließen, die nicht breit am Markt angeboten werden. So sind wir weniger von der allgemeinen Marktentwicklung abhängig und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Transaktion abschließen zu können.

Darüber hinaus ist es wichtig für unseren Erfolg, dass wir von den Beteiligungsmöglichkeiten, die sich in unserem Markt bieten, früh erfahren. Wir haben Ressourcen und Instrumente aufgebaut, die einen aussichtsreichen und hochwertigen Dealflow sicherstellen.

Auf der Suche nach einer Informationsbasis, die uns den entscheidenden Vorsprung sichert, stützt sich die DBAG auf Kontakte aus ihrer langjährigen Marktpräsenz. Große Bedeutung messen wir der Pflege unseres Netzwerks bei. Es besteht aus Geschäftsführungen, Vorständen und Gesellschaftern ehemaliger Beteiligungen, Vertretern von Banken, Beratern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern. Außerdem gehört ein Kreis erfahrener Branchenexperten dazu. Regelmäßig erörtern wir mit Mitgliedern unseres Netzwerks Geschäftsmöglichkeiten in einzelnen Kernsektoren, zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilzulieferindustrie. Besondere Bedeutung kommt dem Investmentteam zu, das mit 23 Mitgliedern (einschließlich der beiden Vorstandsmitglieder) zu den größten gehört, die in unserem Marktsegment aktiv sind. Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und die stetige Pflege des Netzwerks helfen, den Bekanntheitsgrad der DBAG zu erhöhen und unsere Marktpräsenz zu stärken. Im Vergleich mit den nahezu ausschließlich nicht börsennotierten Wettbewerbern erwächst der DBAG aus der Börsennotierung ein Vorteil: Sie verschafft uns öffentliche Aufmerksamkeit und kommt dem Interesse möglicher Beteiligungspartner nach detaillierter Information über den Investor entgegen. Zudem wirkt die mit der Börsennotierung verbundene Transparenz und Regulierung vertrauensbildend.

Wertentwicklung der Portfoliounternehmen: Intensive Beobachtung

Für den wirtschaftlichen Erfolg der DBAG sind laufende Erträge aus den Portfoliounternehmen (Dividenden, Gewinnanteile oder Zinserträge) gegenwärtig von insgesamt geringer Bedeutung. In der Strukturierung von MBOs sind sie selten vorgesehen, bei Wachstumsfinanzierungen können sie eine größere Rolle spielen. Vorrangig zielt die DBAG auf die Wertsteigerung der Portfoliounternehmen. Ein wesentliches geschäftsspezifisches Risiko ist daher mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Portfoliounternehmen verbunden. Im Extremfall droht ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Dies kann verbunden sein mit weiteren negativen Folgen, etwa einem Reputationsverlust.

Diesem Risiko begegnen wir mit mehreren Maßnahmen: Wir bearbeiten Projekte mit jeweils mehrköpfigen Projektteams, in die immer ein Mitglied des Vorstands eingebunden ist. In der Erwerbs-, Entwicklungs- und Veräußerungsphase folgen wir festen Prozessen. Dies soll ein professionelles und strukturiertes Vorgehen sicherstellen. Wir wollen damit die Voraussetzungen für erfolgreiche Kauf- und Veräußerungsentscheidungen schaffen. Außerdem wollen wir auf Entwicklungen, die die geplante Wertsteigerung gefährden, möglicherweise aber auch zusätzliches Wertsteigerungspotenzial eröffnen, rasch reagieren können.

In der Erwerbsphase verfolgen wir nur strategiekonforme Projekte weiter. Jeder Beteiligungsentscheidung oder -empfehlung gehen umfassende Due-Diligence-Prüfungen voraus. Dazu mandatieren wir in einzelnen Fachdisziplinen auch externe Berater. Dieses Vorgehen dient dazu, die mit einer Entscheidung oder Empfehlung verknüpften Chancen und Risiken möglichst sicher zu identifizieren. Wir streben an, Risiken zu begrenzen, zu verlagern oder anderweitig zu reduzieren. Dies geschieht zum Beispiel durch die entsprechende Gestaltung von Kaufverträgen, die Vereinbarung von Garantien oder durch Versicherungen.

Wir finanzieren unsere Investitionen üblicherweise durch Eigenkapital und (im Fall von MBOs) Bankdarlehen. Darüber hinaus können weitere Finanzierungsquellen wie Mezzanine-Kapital und Verkäuferdarlehen eingesetzt werden. Die Strukturierung der Finanzierung ist ein wichtiger Baustein in der Erwerbsphase. Hierbei fließen alle Erkenntnisse ein, die wir in der Due Diligence und der Erarbeitung der Unternehmensplanung gewonnen haben.

Einer robusten Finanzierung messen wir große Bedeutung bei; wir erstellen daher vor Beteiligungsbeginn ausführliche Modellrechnungen: Die Verschuldung soll für die geplante Unternehmensentwicklung Raum lassen und der Kapitaldienstfähigkeit des Unternehmens gerecht werden. Die Finanzierung soll Reserven für den Fall einer unterplanmäßigen Entwicklung enthalten.

In der Entwicklungsphase, also während der Beteiligung, erfolgt unsere Mitwirkung vor allem in Aufsichts- oder Beiratsgremien. Die monatlich übermittelten Finanzdaten der Unternehmen werden in einem standardisierten Controlling-Prozess verarbeitet. Das Beteiligungscontrolling wertet Informationen unabhängig aus. Wir diskutieren die Engagements anhand vierteljährlich erstellter Berichte. Über aktuelle Entwicklungen beraten wir in Vorstandssitzungen und in den Projektsitzungen des Investmentteams.

Die Grundlage für einen erfolgreichen Verlauf einer Beteiligung wollen wir bereits in der Erwerbsphase schaffen. Dazu gehört die Beantwortung der Frage, wer nach Ende der von uns begleiteten Phase der Unternehmensentwicklung als Interessent für das Portfoliounternehmen infrage käme. Wenn die DBAG und der DBAG-Fonds lediglich Minderheitsgesellschafter sind, werden Vereinbarungen über Wege und Bedingungen zur Beendigung einer Beteiligung regelmäßig bereits bei Beteiligungsbeginn getroffen. Wir gehen Beteiligungen nur an solchen Unternehmen ein, deren Entwicklung dauerhaft so positiv beurteilt werden kann, dass ein deutliches Interesse strategischer Investoren oder von Finanzinvestoren zu erwarten ist oder dass gegebenenfalls ein Börsengang infrage kommt. Die Realisierungsmöglichkeiten werden in den vierteljährlichen Diskussionen zur Entwicklung der Portfoliounternehmen regelmäßig erörtert.

Wir sind der Auffassung, dass die dargestellten Risikoinstrumente geeignet sind, eine negative wirtschaftliche Entwicklung von Portfoliounternehmen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig reagieren zu können. Zugleich sollen die Instrumente Chancen aufzeigen, die zu einem höheren Erfolg der Beteiligung beitragen können. Zu den Instrumenten gehören zum Beispiel Kapitalerhöhungen, um einen Unternehmenskauf zu ermöglichen, oder Anpassungen der Kapitalstruktur einer Beteiligung durch Ausschüttung einer Dividende.

Mittelbeschaffung (Fundraising): Investitionserfolge als Voraussetzung für künftige DBAG-Fonds

Vorteile des gemeinsamen Investierens mit DBAG-Fonds

Unsere Strategie können wir nur dann langfristig unverändert fortführen, wenn es gelingt, Finanzierungszusagen für DBAG-Fonds einzuwerben. Die Gesellschaft bzw. ihr Investmentteam muss dafür eine langjährig erfolgreiche Investitionstätigkeit mit attraktiver Rendite auf das eingesetzte Kapital nachweisen, die vom absoluten Erfolg der Beteiligungen und vom Investitionsfortschritt eines Fonds abhängen. Daneben sind aus Sicht der Fondsinvestoren auch die Stabilität und die Erfahrung des Investmentteams wichtig. Einfluss haben zudem das gesamtwirtschaftliche Umfeld, die Verfassung der Kapitalmärkte und die Bereitschaft der Private-Equity-Investoren, neue Kapitalzusagen zu gewähren. In jüngster Vergangenheit ist es uns gelungen, wesentliche Parameter zur Bemessung der Vergütung für die Beratung der Fonds stabil zu halten. Nicht auszuschließen ist, dass Investoren der Nachfolgefonds in einigen Jahren niedrigere Vergütungen aushandeln können.

Der aktuell in MBOs investierende Fonds DBAG Fund VI verfügt über Kapitalzusagen externer Investoren von 567 Millionen Euro. Die Investitionsperiode hat im Februar 2013, vor weniger als zwei Jahren also, begonnen. Die beiden Vorgängerfonds DBAG Fund V und DBAG Fund IV gelten im Branchenvergleich aus Sicht der Investoren als erfolgreiche Fonds. Der DBAG Expansion Capital Fund hat erst gut die Hälfte seiner Investitionsperiode absolviert. Damit stehen auf Sicht von mindestens zwei Jahren ausreichend Mittel zur Verfügung. Deshalb sehen wir für die DBAG aus dem Wettbewerb um Investitionszusagen derzeit keine maßgeblichen Risiken.

Im Verhältnis zu den DBAG-Fonds ist die DBAG ein Co-Investor. Die DBAG-Fonds stellen im Vergleich zur DBAG den größeren Kapitalanteil bereit. Sie haben eigenständige Strukturen, die über Kauf und Verkauf der Unternehmensbeteiligungen entscheiden. Die DBAG hat sich verpflichtet stets Co-Investments an der Seite der Fonds einzugehen. Die Co-Investitionstätigkeit kann von der DBAG allerdings einseitig beendet werden; wir verlieren dann aber für die Zukunft die Möglichkeit, gemeinsam mit dem jeweiligen Fonds zu investieren, und hätten in einem solchen Szenario keinen Einfluss mehr auf die Verwaltung der Beteiligungen, die mit dem jeweiligen Fonds eingegangen wurden.

Ein Konzernunternehmen, an der die DBAG als geschäftsführende Kommanditistin mit einem Anteil von 20 Prozent beteiligt ist, wird für die Fondsberatung von den jeweiligen Fonds mit einem Vorabgewinn vergütet. Der Vorabgewinn aus dieser Gesellschaft steht, wie beschrieben, vollständig der DBAG zu. Die geschäftsführende Stellung der Deutschen Beteiligungs AG kann gekündigt werden. Das Risiko einer Kündigung schätzen wir aktuell als gering ein. Die Regelung zur Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis für den DBAG Fund V, den DBAG Fund VI und den DBAG Expansion Capital Fund ist im Anhang des Konzernabschlusses unter „Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ dargestellt.

Personalrisiken: Bindung hoch qualifizierter Mitarbeiter durch markt- und branchengerechte Anreizsysteme

Der Erfolg im Private-Equity-Geschäft ist eng mit den handelnden Personen verknüpft. Das gilt insbesondere für das Investmentteam. Unser Geschäft ist hoch spezialisiert, und in unserer insgesamt kleinen Organisation leistet jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag. Deshalb ist auch in den Unternehmensbereichen, die das Beteiligungsgeschäft unterstützen, der Einsatz besonders qualifizierter und engagierter Mitarbeiter erforderlich.

Die Gesellschaft verfügt über einen sehr loyalen Mitarbeiterstamm. Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2013/2014 acht Jahre, die Mitglieder des Investmentteams haben eine durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit von ebenfalls mehr als acht Jahren.

Fluktuationsrisiken wollen wir mit einer positiven Unternehmenskultur und einer systematischen Personalentwicklung begegnen. Wir bieten regelmäßige (und individualisierte) Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung und wirtschaftliche Anreize, etwa über variable Vergütungsbestandteile. Die überschaubare Mitarbeiterzahl erlaubt es uns, die Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten jedes Einzelnen abzustimmen.

Um potenziellen Personalbedarf decken zu können, beobachten wir regelmäßig die Personalbewegungen in unserem Branchenumfeld. Die aktuelle Aufstellung der Gesellschaft lässt kurz- und auch mittelfristig keine Engpässe erwarten.

Operationelle Risiken: Regelmäßige Prüfung der IT gegen Angriffe von außen

Angesichts der geringen Zahl administrativer Geschäftsvorfälle, der überschaubaren Mitarbeiterzahl sowie der Einbindung jeweils mehrerer Mitarbeiter in größere Transaktionen ist das operationelle Risiko von untergeordneter Bedeutung. Risiken sollen im Wesentlichen durch geeignete organisatorische Maßnahmen vermieden werden. So können etwa im Rahmen des Liquiditätsmanagements bis auf einen Basisbestand an liquiden Mitteln ausschließlich jeweils zwei Mitglieder des Vorstands gemeinsam über größere Beträge verfügen.

Weitere operationelle Risiken betreffen die Unternehmensbereiche, die das Beteiligungsgeschäft unterstützen. Hierzu zählen die Organisationseinheiten Finanzen, Personal, Recht und Steuern, Organisation / IT und Öffentlichkeitsarbeit / Investor Relations. Die Funktion dieser Bereiche soll durch die ausreichende Anzahl fachlich geeigneter Mitarbeiter sowie eine angemessene Ausstattung mit Sach- und Finanzmitteln sichergestellt werden. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir ein Projekt begonnen, um die Prozesse in diesen Bereichen zu überprüfen und zu verbessern. Erste Schritte wurden bereits umgesetzt, das Projekt ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Unser Geschäft erfordert nicht nur geeignete Soft- und Hardware, sondern auch eine zuverlässige Datensicherung, den jederzeitigen Datenzugriff für Berechtigte sowie einen sicheren Schutz gegen unberechtigten Zugriff. Die DBAG hat eigene IT-Fachkräfte; sie werden bei Bedarf durch externe Berater unterstützt. Für unser Geschäft setzen wir neben der gängigen Software für die Bürokommunikation weitere Programme für spezielle Zwecke wie die Buchhaltung, das Beteiligungscontrolling und das Management der Kundenbeziehungen (Customer Relationship Management) ein. Bei Bedarf wird Standardsoftware an unsere Bedürfnisse angepasst. Eingesetzte Software wird ständig aktualisiert und gepflegt. Daten werden durch tägliche Speicherung des aktuellen Datenbestands und zusätzlich durch geschützte Aufbewahrung gesichert. Redundante Serverstrukturen stellen die jederzeitige Zugriffsmöglichkeit sicher. Sensible Daten sind durch ein umfangreiches Zugangsberechtigungssystem gesichert.

Den zunehmenden IT-Risiken versucht die DBAG unter anderem durch regelmäßige externe Überprüfungen zu begegnen. In einem zusätzlichen Sicherheitsaudit im Oktober 2014 äußerten Berater die Einschätzung, dass das Netz der DBAG ausreichend gegen Angriffe von außen gesichert ist. Angesichts dieses Ergebnisses bestehen in der Informationstechnik nach Einschätzung der Gesellschaft keine Risiken, die die Geschäftstätigkeit gefährden.

FINANZRISIKEN

Eigenkapital zur Finanzierung von Investitionen: Ausreichend Finanzmittel vorhanden

Mittelabflüsse zur Finanzierung von Unternehmensbeteiligungen sowie Mittelrückflüsse aus den Beteiligungen, insbesondere Veräußerungserlöse, bestimmen die wesentlichen Zahlungsvorgänge in der DBAG. Diese Geschäftsvorfälle verursachen unstete und nur unzureichend planbare Zahlungsströme: Weder sind Investitionen in Portfoliounternehmen dem Zeitpunkt, der Anzahl oder der Höhe nach vorhersehbar noch wissen wir, wann sich eine Beteiligung beenden lassen wird. Die Gesellschaft strebt an, jederzeit über ausreichend Finanzmittel zu verfügen, um den Eigenfinanzierungsanteil von Beteiligungstransaktionen darstellen zu können. Dazu benötigt die DBAG gegebenenfalls auch Zugang zu Finanz-, Kredit- und Aktienmärkten.

Risiken aus der Finanzierung des Konzerns sind derzeit nicht erkennbar. Mit der kontinuierlichen Ansprache und Pflege bestehender und potenzieller Investoren als Kernaufgabe von Investor Relations wollen wir die Grundlage dafür schaffen, dass der DBAG der Aktienmarkt auch künftig offensteht, falls weitere Eigenmittel zu beschaffen wären.

Flüssige Mittel legen wir überwiegend in Wertpapieren der öffentlichen Hand oder anderer Emittenten mit höchster Bonität sowie – fallweise – als Termingelder bei Banken an, deren Bonität wir angesichts ihres Ratings als gut ansehen. Die DBAG benötigt wegen der sehr hohen Barmittel und Wertpapierbestände derzeit keine Kreditlinien.

Verfügbarkeit von Fremdkapital für Akquisitionsfinanzierungen: Akquisitionsdarlehen kein limitierender Faktor

Zur Finanzierung von MBOs werden – branchenüblich – Kredite eingesetzt, die von Banken oder Fonds herausgereicht werden. Für die Investitionsvorhaben werden deshalb Akquisitionsfinanzierungen in ausreichendem Volumen und zu akzeptablen Bedingungen benötigt. Zusätzlich sind – unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Transaktion – Kreditlinien für Investitionen und für die Finanzierung des Geschäftsbetriebs der Portfoliounternehmen erforderlich. Das Finanzierungsangebot hängt vom ökonomischen Umfeld und der Lage an den Kreditmärkten ab; die DBAG kann es nicht unmittelbar beeinflussen.

Wir setzen darauf, von den Banken und anderen Finanzierungspartnern als professioneller, solider und zuverlässiger Partner wahrgenommen zu werden. Unser risikobewusstes und analytisches Vorgehen bei der Auswahl und Strukturierung von Beteiligungsvorhaben fördert die Finanzierungsbereitschaft der Banken. Dem dient auch die Konzentration auf etablierte Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit nach unserer Einschätzung ein vergleichsweise risikoarmes Profil aufweist, in unserer Investitionsstrategie.

Im vergangenen Geschäftsjahr waren Akquisitionsfinanzierungen für unser Geschäft – also für MBOs im mittleren Marktsegment, in ausgesuchten Sektoren und mit eher moderater Verschuldung – kein limitierender Faktor. Hinzu kommt: Unsere Finanzausstattung erlaubt es, mitunter Unternehmensbeteiligungen zunächst vollständig mit Eigenkapital zu finanzieren und die Fremdfinanzierung erst nach Vereinbarung der Beteiligung zu arrangieren. Unsere lange Marktpräsenz und die gute Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Banken sollten uns auch künftig als Vorteil im Wettbewerb um Kreditressourcen zugutekommen. Das Teilrisiko einer mangelnden Verfügbarkeit von Fremdfinanzierungen bewerten wir deshalb gegenwärtig als gering.

Eine mögliche Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung von Unternehmenskäufen kann uns auch im Fall beabsichtigter Veräußerungen behindern. Zu den potenziellen Käufern unserer Beteiligungen zählen regelmäßig andere Finanzinvestoren, die jedoch ihrerseits auf eine ausreichende Akquisitionsfinanzierung angewiesen sind. Ein zu geringes Finanzierungsangebot beeinflusst das Investitionsverhalten und damit die Höhe unserer Veräußerungserlöse.

Eine zurückhaltende Kreditvergabe des Bankensektors insgesamt kann tendenziell auch die operative und strategische Entwicklung der Portfoliounternehmen belasten. Wenn Kunden wegen einer fehlenden Finanzierung ihre Investitionen zurückfahren und Aufträge nicht erteilen, kann dies Portfoliounternehmen direkt betreffen. Allerdings eröffnen sich daraus auch Chancen, denn genau solche Situationen führen zu Nachfrage nach Wachstumskapital, das wir mit dem DBAG Expansion Capital Fund bereitstellen.

Wir erwarten, dass das Angebot an Fremdfinanzierungen konstant und damit für uns auf einem ausreichenden Niveau bleiben wird. Zuverlässige Prognosen über das künftige Angebot an Fremdfinanzierungen können wir nicht treffen.

Währungs- und Zinsrisiken

Angaben zu den Finanzrisiken > Konzernanhang

Die Schwankungen der Wechselkurse, etwa zwischen Euro und US-Dollar, haben im Verlauf des Jahres 2014 zugenommen. Wir bewerten das Risiko aus Wechselkursen deshalb höher als noch vor einem Jahr. Detailliert sind Management, Ausmaß und Sensitivität des Wechselkurs- und des Zinsrisikos unter den „Sonstigen Angaben“ im Konzernanhang dargestellt.

ERLÄUTERUNG DER CHANCEN

Chancen aus Veränderungen des Umfelds und der Branche

Der Wert unserer Portfoliounternehmen zu einem jeweiligen Stichtag wird entscheidend von den Kapitalmarktverhältnissen beeinflusst. Dies hat sich zuletzt im vergangenen Geschäftsjahr gezeigt: 8,2 Millionen Euro des Bewertungs- und Abgangsergebnisses sind auf höhere Kapitalmarktmultiplikatoren und damit einer größeren Zuversicht der Kapitalmarktteilnehmer zuzuschreiben. Sollte sich der Optimismus an den Aktienmärkten weiter verstärken, führte das dort zu besseren Bewertungen, die wiederum unsere Wertansätze beeinflussen.

Wir halten es nicht für ausgeschlossen, dass sich Geldströme angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik noch stärker in Richtung Aktienmärkte orientieren und so dort die Kurse weiter treiben. Sollte sich das höhere Bewertungsniveau auch auf das M&A-Geschäft übertragen, schlüge sich dies möglicherweise in höheren Veräußerungsgewinnen unserer Beteiligungen nieder.

Strategische und operationelle Chancen

Der Wettbewerb um attraktive Beteiligungsmöglichkeiten ist in den vergangenen Jahren intensiver geworden. Ein mitunter entscheidender Faktor im Wettbewerb ist die Fähigkeit, in einem engen Zeitrahmen mit dem Verkäufer eine Einigung erzielen zu können. Die schnelle Verfügbarkeit der notwendigen Finanzmittel kann zum Beispiel Akquisitionsprozesse verkürzen. Insofern können der DBAG aus ihren hohen Finanzmitteln auch Chancen erwachsen, weil sie Finanzierungszusagen aus eigener Kraft geben kann.

Wir haben 2013/2014 das Projekt fortgeführt, in dem wir unsere unternehmensinternen Prozesse analysieren. Wir tragen damit dem Wachstum der Deutschen Beteiligungs AG in den vergangenen Jahren Rechnung: Das Investment-Team wurde erweitert, und die DBAG verwaltet bzw. berät seit 2011 zwei Fonds, die zur selben Zeit in der Investitionsphase sind. Auf Basis der Analyse wurden Optimierungsmöglichkeiten für unsere Prozesse erarbeitet; mit der Umsetzung haben wir 2013/2014 begonnen. Es ist möglich, dass wir uns nach dem Abschluss des Projekts zum Beispiel zusätzliche proprietäre Transaktionsmöglichkeiten erschließen können oder Beteiligungsgelegenheiten zielgerichteter beurteilen können.

Chancen aus Veränderung der Finanzierungsbedingungen und der Währungskurse

Die Deutsche Beteiligungs AG verfügt zum Stichtag über Finanzmittel von 150,7 Millionen Euro; sie sind überwiegend festverzinslich angelegt. Ein Teil der Mittel verzinst sich allerdings zum Drei- oder Sechs-Monats-Euribor. Stiegen diese Zinssätze um einen Prozentpunkt, ergäbe sich daraus – ungeachtet eines Mittelabflusses infolge unserer Investitionstätigkeit oder aufgrund einer Dividendenzahlung – ein Zinsertrag. Ein höheres Zinsniveau würde es auch erlauben, einen Teil der Pensionsrückstellungen aufzulösen; dies würde über ein höheres Sonstiges Ergebnis den Wert des Eigenkapitals je Aktie steigern.

Ein niedrigeres Zinsniveau wiederum könnte dazu führen, dass sich Akquisitionsfinanzierungen verbilligen; dies würde die Rendite fremdfinanzierter Unternehmensbeteiligungen verbessern.

In unserer Prognose unterstellen wir neben unveränderten Kapitalmarktverhältnissen auch stabile Währungskurse. Rund 19 Millionen Euro des Portfoliowertes zum 31. Oktober 2014 entfielen auf Engagements, die wir auf US-Dollar-Basis eingegangen sind und auch so bewerten. Eine Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro um zum Beispiel zehn Prozent würde isoliert betrachtet eine positive Bewertungsänderung von 1,9 Millionen Euro auslösen.

GESAMTAUSSAGE ZUR CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

Keine bestandsgefährdenden Risiken, keine außerordentlichen Chancen

Auf Basis der heute zur Verfügung stehenden Informationen sehen wir keine Risiken, die einzeln oder in Kombination eine Gefahr für den Fortbestand der DBAG oder des Konzerns darstellen. Diese Aussage beruht auf der Analyse und Beurteilung der zuvor genannten wesentlichen Einzelrisiken sowie dem bestehenden Risikomanagementsystem. Eine Einschätzung der Gewichtung der Risiken ergibt sich aus dem tabellarischen Überblick dieses zusammengefassten Lageberichts. Auch außerordentliche Chancen sehen wir derzeit nicht.

Eine wesentliche Veränderung der Chancen- und Risikosituation gegenüber dem Vorjahr hat sich im vergangenen Geschäftsjahr nicht ergeben. Wir beurteilen die Chancen- und Risikosituation derzeit als insgesamt ausgewogen.

WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLUND RI S IKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (§ 289 ABS. 5 UND § 315 ABS. 2 NR. 5 HGB)

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems der Deutschen Beteiligungs AG. Es orientiert sich an dem international anerkannten Rahmenwerk für interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Das Rahmenwerk hebt hervor, dass auch angemessen und funktionsfähig eingerichtete Systeme keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung von Risiken gewähren können.

Umfang und Ausgestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems entsprechen den besonderen Anforderungen an das Fondsberatungs- und Beteiligungsgeschäft. Aufgabe der internen Revision ist es, die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS im Konzern und bei der Deutschen Beteiligungs AG prozessunabhängig zu überwachen und damit kontinuierliche Verbesserungen der Geschäftsprozesse zu fördern. Der rechnungslegungsbezogene Teil des IKS wird jährlich vom Abschlussprüfer im Rahmen eines risikoorientierten Prüfungsansatzes in Stichproben auf Wirksamkeit beurteilt. Schließlich überwacht der Prüfungsausschuss – wie es § 107 Abs. 3 AktG fordert – das IKS.

Die DBAG stellt ihren Jahres- und ihren Konzernabschluss auf Grundlage der geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze gemäß dem Handelsgesetzbuch (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Die internen Rechnungslegungsrichtlinien sind in einem Bilanzierungshandbuch und in Bewertungsrichtlinien niedergelegt; sie berücksichtigen die unterschiedlichen Anforderungen der IFRS und des HGB. Regelmäßig werden neue Rechnungslegungsvorschriften auf ihre Auswirkungen auf die DBAG und ihre Konzerngesellschaften überprüft und, soweit erforderlich, die Rechnungslegungsrichtlinien angepasst.

Die DBAG hat darüber hinaus eine klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstruktur. Es existiert eine eindeutige Zuordnung der Verantwortlichkeiten im Bereich des Rechnungslegungsprozesses. Die im Rechnungswesen verwendeten IT-Systeme werden überwiegend mit Standardsoftware betrieben; sie sind durch umfangreiche Zugriffsregelungen gegen unberechtigte Zugriffe von innen und außen geschützt. Alle am Rechnungslegungsprozess beteiligten Personen sind den Anforderungen entsprechend qualifiziert. Ihre Anzahl ist so bemessen, dass die Aufgaben gut bewältigt werden können; so soll das Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung minimiert werden. Die Mitarbeiter nehmen regelmäßig Angebote der Fortund Weiterbildung zu den Themen Steuern und Rechnungslegung wahr. Zu ausgewählten Bilanzierungsfragen wird der Rat externer Experten eingeholt.

Wesentliche rechnungslegungsrelevante Prozesse lassen wir im Hinblick auf die Existenz und Funktionsfähigkeit der eingerichteten internen Kontrollen regelmäßig analytisch prüfen. Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten des Rechnungswesens werden regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätschecks manuell kontrolliert. Für besonders rechnungslegungsrelevante Prozesse ist durchgängig das Vier-Augen-Prinzip vorgesehen.

Die internen Kontrollen sollen gewährleisten, dass die externe Finanzberichterstattung der DBAG und des Konzerns den geltenden Rechnungslegungsvorschriften entspricht und zuverlässig ist. Damit sollen Risiken minimiert werden, die zu einer Beeinträchtigung der Darstellung der tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten. Wichtige Erkenntnisse zur Qualität und Funktionsfähigkeit der rechnungslegungsrelevanten internen Kontrollen gewinnen wir auch aus der jährlichen Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses.