Online-Geschäftsbericht
2013/2014
Expansion
fördern.
Kontinuität
sichern.
Wir machen starke Unternehmen stärker.

Prognosebericht

Prognosezeitraum: Kurzfristige Einschätzungen werden Geschäftsmodell nicht gerecht

Unser Geschäft legt einen mittel- bis langfristigen Bewertungs- und Prognosezeitraum nahe. Das gilt für die Co-Investitionstätigkeit wie für die Fondsverwaltung und -beratung.

Oft bestimmen einzelne Ereignisse oder kurzfristige Entwicklungen, die zu Beginn eines Geschäftsjahres nicht vorhersehbar sind, das Konzernergebnis einer Periode maßgeblich. Dazu zählen Unternehmensveräußerungen, mit denen zuweilen Preise erzielt werden, die die jüngste Bewertung deutlich übersteigen, aber auch unvorhergesehene Entwicklungen in einzelnen Abnehmermärkten der Portfoliounternehmen oder am Kapitalmarkt. Das bedeutet: Das Ergebnis eines einzelnen Geschäftsjahres gibt grundsätzlich wenig Aufschluss über den langfristigen Erfolg unserer Co-Investments an der Seite der DBAG-Fonds. Die große Bandbreite, innerhalb derer die Eigenkapitalrendite der vergangenen zehn Geschäftsjahre schwankte, belegt das. Die Rendite bewegte sich zwischen -17,5 Prozent und 56,2 Prozent, der Durchschnitt aber betrug 15,3 Prozent; die beiden Extremwerte wurden im Übrigen in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren erreicht.

Die DBAG-Fonds, an deren Seite wir investieren, haben eine Laufzeit von zehn Jahren. Die Vergütung, die wir für die Verwaltung bzw. Beratung erhalten, ist methodisch für diese Laufzeit festgelegt. Sie ist deshalb kurzfristig gut planbar, zugleich aber nach oben begrenzt. Steigerungen können sich erst aus dem Abschluss eines Folgefonds ergeben. Dessen Volumen und damit auch dessen Vergütungspotenzial orientieren sich jedoch am Investitionserfolg des Ursprungsfonds und stehen erst am Ende der Laufzeit dieses Fonds fest. Auch dies zeigt die langfristige Orientierung unseres Geschäfts.

Angesichts der hohen Volatilität wesentlicher finanzieller Leistungsindikatoren und der schweren Planbarkeit einzelner erfolgswirksamer Geschäftsvorfälle ist weder eine Intervallprognose noch eine Punktprognose dieser Indikatoren möglich. Wir beschränken uns deshalb auf eine qualifiziert-komparative Prognose1 zur voraussichtlichen Entwicklung der Rahmenbedingungen sowie einzelner Bestandteile der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im kommenden Geschäftsjahr.

Als Ausgangsgröße verwenden wir die Vorjahreswerte auf der Basis des fortgeführten Portfolios. Nicht regelmäßig wiederkehrende Bestandteile bereinigen wir. Es bleiben also zum Beispiel Abgangsergebnisse und erfolgsabhängige Vergütungen unberücksichtigt. Angesichts der unserem Geschäft innewohnenden kurzfristig hohen Volatilität betrachten wir Veränderungen um bis zu zehn Prozent als „leicht“ und Veränderungen von mehr als zehn, aber weniger als 20 Prozent als „moderat“. Veränderungen um 20 Prozent und mehr sind „deutlich“.

ERWARTETE ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN

Markt: Angebot an privatem Beteiligungskapital wächst stärker als das Angebot an Beteiligungsmöglichkeiten

Auf Basis der Dynamik der uns in den vergangenen sechs Monaten bekannt gewordenen Beteiligungsmöglichkeiten erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr 2014/2015 eine – gemessen an Anzahl und Volumen – konstante Nachfrage in unserem Markt.

Fremdfinanzierung: Angebot auf hohem Niveau stabil

Der Markt für Fremdfinanzierungen von Unternehmenskäufen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Nach der Banken- und Finanzkrise 2008 war das Angebot zunächst deutlich rückläufig. Seit spätestens 2012 sind Verfügbarkeit und Konditionen der Finanzierungen zur Strukturierung von MBOs jedoch wieder ausreichend. Neue Anbieter wie sogenannte Debt Funds bieten Finanzierungen über Unitranchen oder Mezzanine2 an. Das Geschäft der Banken mit Akquisitionsfinanzierungen für Transaktionen im Private-Equity-Umfeld ist attraktiv. Wir erwarten deshalb, dass weiterhin ein ausreichendes Angebot solcher Finanzierungen bereitstehen wird; für das Geschäftsjahr 2014/2015 gehen wir von einem konstanten Angebot aus.

Anlageklasse Private Equity: Weiter von grundsätzlicher Bedeutung

Privates Beteiligungskapital ist als Anlageklasse weltweit etabliert. Es ist fester Bestandteil der Investitionsstrategie vieler institutioneller Investoren. Der Anteil von Private Equity in der Vermögensaufteilung ist jedoch nicht konstant; er kann auch sinken. Wir erwarten allerdings keine grundsätzliche Verschlechterung der Verfügbarkeit von Investitionszusagen für Private-Equity-Fonds. Wir haben zuletzt 2011 und 2012 erfolgreich DBAG-Fonds aufgelegt. Weil deren Investitionsperiode frühestens 2017 bzw. 2018 enden wird, ist es 2014/2015 nicht bedeutsam, ob wir ausreichend Kapitalzusagen einwerben können.

Konjunkturelles Umfeld: Grundsätzlich positiv ohne Zuspitzung geopolitischer Konflikte

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) geht in seinem jüngsten Gutachten3 für Deutschland von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 Prozent aus. Positive Impulse erwartet der Rat vor allem vom privaten Verbrauch – dies käme den Portfoliounternehmen entgegen, deren wirtschaftliche Aktivität auf Deutschland beschränkt ist. Wie schon im vergangenen Jahr 2014 werden von den Ausrüstungsund den Bauinvestitionen keine nennenswerten Wachstumsbeiträge erwartet, die Dynamik des Exportgeschäfts schätzt der SVR als gering ein.

Angaben zu konjunkturelle Risiken

Für die Mehrzahl unserer Portfoliounternehmen und damit für unseren Investitionserfolg ist nicht nur die wirtschaftliche Lage in Deutschland oder im Euroraum maßgebend. Sie verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen nicht nur weltweit, sondern unterhalten zum Teil auch eine globale Produktionsstruktur. Deshalb beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer die Nachfrage nach den Investitionsgütern unserer Beteiligungen mitunter erheblich. Der SVR erwartet für den Euroraum und andere europäische Länder eine gegenüber 2014 nahezu unveränderte Wachstumsrate, für die Vereinigten Staaten von Amerika und wichtige Schwellenländer (Brasilien, Indien) 2015 ein höheres Wachstum als zuletzt. Die chinesische Wirtschaft soll weiter mit einer vergleichsweise hohen Rate wachsen, wenngleich etwas weniger dynamisch als 2014.

Wenn man, wie der Sachverständigenrat, unterstellt, dass es nicht zu einer Zuspitzung der geopolitischen Konflikte kommt, ergeben sich daraus günstige Rahmenbedingungen für unsere Portfoliounternehmen im neuen Geschäftsjahr 2014/2015.

ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Entwicklung der Marktposition: Grundlage für weiteren Erfolg

Die Deutsche Beteiligungs AG ist lange am Markt präsent. Die Aktionäre der DBAG und die Investoren der DBAG-Fonds erreichten überdurchschnittliche Ergebnisse. Nicht zuletzt auch aufgrund unserer umfassenden Erfahrung gehen wir davon aus, dass wir unser Geschäft trotz einer höheren Wettbewerbsintensität in Zukunft erfolgreich fortführen und unsere Position in unserem Marktsegment behaupten können. An unserem Ziel, im langjährigen Durchschnitt mehr als die Kosten des Eigenkapitals zu verdienen, halten wir fest. Der hohe Finanzmittelbestand ist zu großen Teilen in sehr sicheren, aber gering verzinsten deutschen Staatsanleihen und Pfandbriefen angelegt. Das erschwert es, unser Renditeziel zu erreichen: Im langjährigen Durchschnitt soll die Rendite die Eigenkapitalkosten übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir gleichwohl eine Rendite, die in der Größenordnung der Eigenkapitalkosten liegt.

Auch an unseren nichtfinanziellen Zielen halten wir fest. Die DBAG soll weiterhin ein anerkannter Beteiligungspartner für mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum sein und ein wesentlicher Teilnehmer im Markt für Management-Buy-outs und Wachstumsfinanzierungen. Wir wollen ein gefragter Berater von Private-Equity-Fonds sein sowie ein geschätzter Arbeitgeber in der deutschen Private-Equity-Branche.

Portfolio: Weiter planmäßige Wertentwicklung

Unsere Co-Investment-Entscheidungen fußen auf einer sorgfältigen Analyse, die Geschäftspläne mit mehrjährigem Planungshorizont berücksichtigt. Wir beabsichtigen, unsere Portfoliounternehmen über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren zu begleiten; das Entwicklungspotenzial der Unternehmen soll sich in diesem Zeitraum in eine entsprechende Wertsteigerung umsetzen. Unsere Einschätzung zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Portfoliounternehmen hat sich gegenüber dem Einstiegszeitpunkt nicht grundsätzlich geändert. Für das laufende Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir angesichts dessen und mit Blick auf die Konjunkturprognose eine weiter planmäßige Wertentwicklung der Portfoliounternehmen.

Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft: Auf vergleichbarer Basis moderat über Vorjahr

Der Posten mit dem größten Einfluss auf das Ergebnis der Gesellschaft – und zugleich mit der größten Planungs- und Prognoseunsicherheit – ist das Bewertungs- und Abgangsergebnis. Es prägt das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft maßgeblich, in das außerdem noch Laufende Erträge aus Finanzanlagen sowie Krediten und Forderungen einbezogen sind.

Bewertungsverfahren

Das Bewertungsergebnis repräsentiert den Saldo aus positiven und negativen Wertänderungen der Portfoliounternehmen. Die Wertänderungen resultieren aus der Veränderung des Marktwertes einer Beteiligung im Vergleich zum vorangegangenen Stichtag.

Zu jedem Stichtag wird ein Wert geschätzt, zu dem unter aktuellen Marktbedingungen ein Verkauf stattfinden könnte. So verfahren wir auch für den Stichtag der Prognose. Bis zu diesem Tag kann eine Beteiligung allerdings auch veräußert werden. In der Vergangenheit wurden bei der Veräußerung von Beteiligungen von Zeit zu Zeit hohe Abgangsgewinne realisiert, weil industrielle Käufer strategische Prämien auf den geschätzten Marktwert zahlten. Diese sind nicht planbar. Deshalb unterstellen wir, dass Veräußerungen zum geschätzten Marktwert erfolgen, also kein Abgangsgewinn oder -verlust realisiert wird. Ebenfalls nicht gesondert prognostiziert werden Laufende Erträge aus Finanzanlagen sowie Krediten und Forderungen; wir unterstellen, dass erwirtschaftete Erträge thesauriert werden und so im selben Umfang in den am Markt erzielbaren Preis einfließen. Deshalb differenzieren wir in unserer Prognose nicht zwischen Bewertungs- und Abgangsergebnis sowie laufenden Erträgen, sondern planen den Ergebnisbeitrag aus dem Beteiligungsgeschäft insgesamt.

Um den Marktwert jeder einzelnen Beteiligung zu ermitteln, müssen wir zukunftsbezogene Annahmen treffen. Diese unterliegen einer hohen Schätzungsunsicherheit. Diese Unsicherheit ist nochmals höher, wenn der Bewertungsstichtag – wie in der Prognose – in der Zukunft liegt. Dieser höheren Unsicherheit tragen wir dadurch Rechnung, dass wir den Ergebnisbeitrag nicht aus dem Saldo der Wertänderungen einzelner Portfoliounternehmen ableiten, sondern für das Gesamtportfolio veranschlagen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich unerwartet positive und unerwartet negative Entwicklungen einzelner Portfoliounternehmen teilweise ausgleichen.

Die Planung des Ergebnisbeitrags für das Portfolio beruht auf aktuellen Annahmen zur Haltedauer und zur durchschnittlichen jährlichen Wertsteigerung der Beteiligungen während dieser Halteperiode. Und zwar ungeachtet der Erfahrung, dass sich die Wertsteigerung nicht linear Jahr für Jahr im gleichen angenommenen Umfang einstellen wird.

Wir planen auf vergleichbarer Basis, also ohne die Berücksichtigung von Abgangsgewinnen, ein Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft moderat über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft 2013/2014 enthielt ein Abgangsergebnis in Höhe von 28,9 Millionen Euro.

Erträge aus dem Fondsgeschäft: Leicht unter Vorjahr

Erträge aus der Fondsverwaltung und -beratung

Die Erträge aus der Fondsverwaltung und -beratung sind gut planbar, denn sie beruhen im Wesentlichen auf dem Volumen der Fonds. Die Konditionen, mit denen unsere Verwaltungsoder Beratungsleistung vergütet wird, sind für die Laufzeit eines Fonds festgelegt.

Bis zur Auflage eines neuen DBAG-Fonds gehen die Erträge tendenziell mit jeder Veräußerung aus dem Portfolio zurück. Aufgrund der Veräußerungen des vergangenen Geschäftsjahres erwarten wir, dass dieser Posten leicht unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Übrige Ergebnisbestandteile: Nach historisch niedrigem Stand deutlicher Anstieg der Netto-Kostenquote

Der Saldo aus den Übrigen Ergebnisbestandteilen kann als Aufwand für das Management unseres Portfolios beziehungsweise für die Verwaltung und Beratung der DBAG-Fonds verstanden werden. Um den Aufwand eines Geschäftsjahres zu beurteilen, ist er um Sondereinflüsse zu bereinigen; Sondereinflüsse sind zum Beispiel der (nicht jedes Jahr anfallende) Aufwand für das Auflegen eines DBAG-Fonds und Vergütungen, die vom Investitionserfolg abhängen (2013/2014: 4,2 Millionen Euro). Dem Management-Aufwand stehen Erträge aus der Fondsverwaltung und -beratung gegenüber, die in das Ergebnis aus dem Fonds- und Beteiligungsgeschäft einfließen.

Den Saldo aus den Übrigen Ergebnisbestandteilen und den Erträgen aus der Fondsverwaltung und -beratung betrachten wir als „Netto-Kosten“. Wir messen diese am durchschnittlichen Eigenkapital der Gesellschaft. 2013/2014 betrug die Netto-Kostenquote 0,7 Prozent – begünstigt durch eine Umsatzsteuererstattung aus Vorjahren und einer performance-bezogenen Vergütung eines älteren DBAG-Fonds. Basierend auf unserer Einschätzung der Entwicklung der wesentlichen übrigen Ergebnisbestandteile im Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir, dass die Netto-Kostenquote 2014/2015 deutlich über der des Vorjahres liegen wird; die Netto- Kostenquote soll jedoch 2,0 Prozent nicht übersteigen.

Finanzmittelbestand: Deutlich niedriger zum Ende des Geschäftsjahres

Entsprechend unserer Investitionszusagen an die Fonds streben wir durchschnittlich je zwei bis drei Beteiligungsinvestitionen in MBOs und in Wachstumsfinanzierungen je Geschäftsjahr an. Gemessen an der durchschnittlichen Investitionssumme pro Beteiligung von rund zehn Millionen Euro ergibt sich daraus ein Liquiditätsbedarf von bis zu etwa 50 Millionen Euro im Jahr. Käufe und Verkäufe im Private-Equity-Geschäft ereignen sich jedoch in unregelmäßigen Zeitabständen. In einzelnen Geschäftsjahren können deshalb Käufe (wie 2012/2013) oder Verkäufe (wie 2013/2014) überwiegen.

Wie viele Mittel unser operatives Geschäft generiert, ist wesentlich durch den Cashflow aus unserer Investitionstätigkeit bestimmt. Sofern in einem Geschäftsjahr Unternehmenskäufe überwiegen, kann der Cashflow aus Investitionstätigkeit in dieser Periode negativ sein. Der Konzern könnte in einem solchen Fall auf umfangreiche Liquiditätsreserven zurückgreifen. Darüber hinaus könnte er sich über eine Kreditaufnahme oder eine Kapitalerhöhung finanzieren. Entsprechend der Annahme, dass wir auch 2014/2015 den Schwerpunkt auf Investitionen setzen wollen, planen wir für 2014/2015 mit einem Abfluss von Liquidität und einem entsprechend deutlich niedrigeren FINANZMITTELBESTAND zum Ende des Geschäftsjahres.

GESAMTPROGNOSE

2014/2015: Konzernergebnis auf vergleichbarer Basis leicht über Vorjahr

Die Deutsche Beteiligungs AG ist gut aufgestellt. Mit einer Historie von fünf Jahrzehnten ist die Gesellschaft ein etablierter und erfolgreicher Teilnehmer im deutschen Beteiligungsgeschäft. Sie verfügt über eine sehr solide finanzielle Ausstattung und gute Voraussetzungen, um künftig Kapitalzusagen für Fonds zu erhalten. Das Portfolio der DBAG enthält Beteiligungen an attraktiven Unternehmen, die eine gute Wertentwicklung versprechen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DBAG sind erfahren und hoch motiviert. Wir betrachten das alles als eine gute Grundlage für eine entsprechend positive Entwicklung der Deutschen Beteiligungs AG und ihres Unternehmenswertes im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015.

Für 2014/2015 erwarten wir auf vergleichbarer Basis – das heißt: ohne die Berücksichtigung von Abgangsgewinnen und transaktionsbezogenen variablen Vergütungen – einen leichten Anstieg des Konzernergebnisses im Vergleich zum Vorjahr (vergleichbare Basis des Vorjahres: 47,8 Millionen Euro abzüglich 24,7 Millionen Euro, also 23,1 Millionen Euro). Wir sind zuversichtlich, dass die Rendite auf das Eigenkapital je Aktie die Größenordnung der Eigenkapitalkosten und damit die Untergrenze unserer Zielsetzung für den langjährigen Durchschnitt erreicht.

Für die Deutsche Beteiligungs AG (Jahresabschluss nach HGB) erwarten wir unter denselben Prämissen auf vergleichbarer Basis ein Ergebnis, das deutlich unter dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres liegt (vergleichbare Basis des Vorjahres: 65,4 Millionen Euro abzüglich 54,4 Millionen Euro, also 11,0 Millionen Euro). Das vergangene Jahr war durch den Gewinn aus einer ausgesprochen erfolgreichen Veräußerung einer besonders großen Beteiligung geprägt; in unserer Planung haben wir keine Veräußerung und folglich keine Veräußerungsgewinne berücksichtigt.

An unserer Dividendenpolitik halten wir fest. Sie sieht vor, möglichst kontinuierlich eine Dividende auszuzahlen – also auch für Geschäftsjahre, die mit einem Konzernfehlbetrag enden oder in denen es keine Veräußerungen mit größerem Gewinn gegeben hat. Wir erwarten, dass der Bilanzgewinn der DBAG (nach der Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2013/2014) eine solche Basisdividende auch für das laufende und für folgende Geschäftsjahre ermöglichen wird. Sonderdividenden bleiben wie bisher auch an besonders gute Veräußerungen gebunden, die nicht planbar sind.

 

Frankfurt am Main, den 19. Dezember 2014

Der Vorstand

 

1 Der Deutsche Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (DRS 20) sieht drei Prognosearten vor: die Angabe eines Zahlenwertes (Punktprognose), einer Bandbreite zwischen zwei Zahlenwerten (Intervallprognose) oder einer Veränderung unter Angabe von Richtung und Intensität dieser Veränderung zum Ist-Wert der Berichtsperiode (qualifiziert-komparative Prognose).
2 Unitranche: Kreditfinanzierung, Schuldverschreibung oder Schuldscheindarlehen, bei der sowohl erst- als auch nachrangige Fremdkapitalkomponenten in einer Tranche kombiniert werden; Mezzanine: Hybridkapital zwischen dem stimmberechtigten Eigenkapital und dem erstrangigen Fremdkapital
3 „Mehr Vertrauen in Marktprozesse – Jahresgutachten 2014/2015“, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; Wiesbaden, November 2014