Online-Geschäftsbericht
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Wirtschaftliche Lage der Deutschen Beteiligungs AG (Erläuterungen auf Basis HGB)

Der Jahresabschluss ist unter www.deutsche-beteiligung.de/investor-relations verfügbar und kann bei der DBAG angefordert werden.

Der Lagebericht der Deutschen Beteiligungs AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013/2014 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Die Darstellung der wirtschaftlichen Lage der Deutschen Beteiligungs AG stützt sich auf eine Kurz-Bilanz und Kurz-Gewinn- und Verlustrechnung, die aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB abgeleitet wurden. Der vollständige Jahresabschluss der Deutschen Beteiligungs AG nach HGB wird gemeinsam mit dem Konzernabschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht.

ERTRAGSLAGE

Gesamtbewertung: Geschäftsjahr schließt mit außerordentlich gutem Ergebnis ab

Die Deutsche Beteiligungs AG erreichte im Geschäftsjahr 2013/2014 mit 65,4 Millionen Euro einen um 29,8 Millionen Euro höheren Jahresüberschuss als im vorangegangenen Geschäftsjahr 2012/2013 (35,6 Millionen Euro), für das im März 2014 eine Ausschüttung von 1,20 Euro je Aktie – bestehend aus einer Dividende von 0,40 Euro je Aktie und einer Sonderdividende von 0,80 Euro je Aktie – ausgeschüttet wurde. Das Ergebnis war insbesondere vom Erfolg aus der Veräußerung einer Unternehmensbeteiligung (Homag Group AG) geprägt.

Bewertungs- und Abgangsergebnis: Deutlicher Anstieg nach erfolgreichen Beteiligungsveräußerungen

Das Bewertungs- und Abgangsergebnis wird bestimmt von Gewinnen bzw. Verlusten aus dem Abgang von Beteiligungen sowie vom Saldo der Abschreibungen bzw. Zuschreibungen auf die Beteiligungen, die zum Stichtag im Portfolio sind. Dabei werden Ab- bzw. Zuschreibungen nach dem Niederstwertprinzip und dem Wertaufholungsgebot vorgenommen. Obergrenze für Zuschreibungen sind die ursprünglichen Anschaffungskosten. Das Bewertungs- und Abgangsergebnis von 58,6 Millionen Euro (Vorjahr: 34,5 Millionen Euro) spiegelt im Wesentlichen die Erfolge aus den beiden Veräußerungen des Geschäftsjahres (Homag Group AG, Dr. Vogler-Gruppe) wider.


Kurz-Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen Beteiligungs AG (auf Basis HGB-Abschluss)
in Tsd. € 2013/20142012/2013
Jahresüberschuss65.42835.619
Bewertungs- und Abgangsergebnis* 58.590 34.485
Laufende Erträge aus Finanzanlagen 11.963 6.791
Erträge aus der Fondsverwaltung und -beratung 20.093 20.705
Summe Ergebnis aus Beteiligungsgeschäft90.64661.981
     
Personalaufwand -16.434 -16.499
Sonstige betriebliche Erträge (ohne Zuschreibungen) 4.002 5.527
Sonstige betriebliche Aufwendungen -10.812 -13.975
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte -416 -419
Zinsertrag 664 807
Zinsaufwand -1.810 -1.306
Summe übrige Ergebnisbestandteile-24.806-25.865
     
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 65.840 36.116
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -405 -491
Sonstige Steuern -7 -6

* Das Bewertungs- und Abgangsergebnis setzt sich aus den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung „Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen“ (58,6 Mio. Euro) und den Zuschreibungen des Geschäftsjahres von 0,4 Mio. Euro zusammen, die unter dem Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ ausgewiesen werden. „Verluste aus dem Abgang von Beteiligungen“ und „Abschreibungen auf Finanzanlagen“ in Höhe von 0,4 Mio. Euro werden abgezogen.

 

Laufende Erträge aus Finanzanlagen: Anstieg nach Ausschüttung freier liquider Mittel

Im Geschäftsjahr 2013/2014 erzielten wir laufende Erträge aus Finanzanlagen von 12,0 Millionen Euro. Das sind 5,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (6,8 Millionen Euro). Mit 9,5 Millionen Euro sind darin – geschäftstypisch – Ausschüttungen verbundener Unternehmen enthalten. Diese Ausschüttungen sind auf einbehaltene Gewinne aus Unternehmensverkäufen vorangegangener Perioden zurückzuführen, vor allem aber auch auf die Fälligkeit von Wertpapieren, in die zuvor freie Liquidität geflossen war. Darüber hinaus sind Gewinnausschüttungen und Zinsen von Portfoliounternehmen berücksichtigt.

Erträge aus der Fondsverwaltung und -beratung: Leichter Rückgang

In den Erträgen aus der Verwaltung und Beratung der DBAG-Fonds von 20,1 Millionen Euro sind die Erträge aus dem DBAG Fund VI erstmals für ein volles Jahr erfasst. Der Vorjahreswert von 20,7 Millionen Euro war in Höhe von rund vier Millionen Euro durch einen Sondereffekt positiv verzerrt.

Insgesamt war das ERGEBNIS AUS DEM FONDS- UND BETEILIGUNGSGESCHÄFT mit 90,6 Millionen Euro rund 46 Prozent höher als im ebenfalls sehr erfolgreichen Vorjahr (62,0 Millionen Euro).

Der SALDO DER ÜBRIGEN ERGEBNISBESTANDTEILE blieb mit -24,8 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von -25,9 Millionen Euro.

Sonstige betriebliche Erträge: Rückgang aufgrund struktureller Änderung

Die Sonstigen betrieblichen Erträge ohne Zuschreibungen ermäßigten sich von 5,5 Millionen Euro auf 4,0 Millionen Euro. Die in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaft DBG Managing Partner GmbH & Co. KG hat im vergangenen Geschäftsjahr die Fondsverwaltung und -beratung übernommen. Aufgrund dieser strukturellen Änderung gingen die Einnahmen aus der Weiterbelastung der Aufwendungen aus dem Beteiligungsmanagement zurück.

Personalaufwand: Insgesamt stabil trotz höherer erfolgsabhängiger Vergütungen

Der PERSONALAUFWAND blieb nahezu gleich: Er verringerte sich 2013/2014 von 16,5 Millionen Euro um 0,1 Millionen Euro auf 16,4 Millionen Euro. Höher sind die Rückstellungen für erfolgsabhängige Vergütungen, die mit 8,4 Millionen Euro deutlich höher ausfielen (Vorjahr: 3,6 Millionen Euro). Die Gründe dafür sind die erfolgreiche Veräußerung der Beteiligung an der Homag Group AG sowie an der Dr. Vogler-Gruppe (4,2 Millionen Euro; Vorjahr: 0,1 Millionen Euro für Investitionserfolg Coveright) sowie auf individueller Leistung basierende variable Vergütungen – diese fielen angesichts des insgesamt besseren Geschäftserfolgs ebenfalls höher aus als im Vorjahr. Die Kosten für Gehälter und Sozialausgaben gingen zurück. Deutlich niedriger war der Aufwand, der für Pensionsverpflichtungen anfiel. Er sank von 3,2 Millionen Euro auf 0,3 Millionen Euro; im Vorjahr waren 1,5 Millionen Euro aus der Anpassung der Sterbetafeln berücksichtigt worden.

Sonstige betriebliche Aufwendungen: Rückgang gegenüber dem Vorjahr

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 10,8 Millionen Euro, das sind 3,2 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor (14,0 Millionen Euro). Sie enthalten im Wesentlichen Aufwendungen im Rahmen des Beteiligungsmanagements, also des Erwerbs, der Betreuung und der Veräußerung von Unternehmen oder Fondsbeteiligungen. Größter Posten unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der (zum Teil an die DBAG-Fonds weiterbelastbare) externe Aufwand im Rahmen der Prüfung von Beteiligungsmöglichkeiten; dieser Aufwand verringerte sich von 5,3 Millionen Euro (2012/2013) auf 2,5 Millionen Euro (2013/2014). In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist zudem eine Vielzahl kleinerer Positionen für Aufwendungen im Rahmen des operativen Geschäftsbetriebs erfasst.

Zinsergebnis: Negativ aufgrund höherer Zinslast aus Pensionsverpflichtungen

Das Zinsergebnis war negativ (-1,1 Millionen Euro nach -0,5 Millionen Euro); es ist abermals deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Der im Vorjahresvergleich leicht niedrigere Zinsertrag in Höhe von 0,7 Millionen Euro (2012/2013: 0,8 Millionen Euro) spiegelt das aktuell niedrige Niveau der kurzfristigen Anlagezinsen wider; unsere Guthaben auf Kontokorrentkonten beispielsweise werden nach wie vor nicht verzinst. Der Rückgang des Zinsertrags geht auf niedrigere Zinserträge aus Steuererstattungen zurück. Im Zinsaufwand (1,8 Millionen Euro, nach zuvor 1,3 Millionen Euro) sind die Zinsen auf Pensionsverpflichtungen erfasst.

Jahresüberschuss beträgt 65,4 Millionen Euro

Die Deutsche Beteiligungs AG weist für das Geschäftsjahr 2013/2014 einen Jahresüberschuss von 65,4 Millionen Euro aus. Im Vorjahr war ein Jahresüberschuss von 35,6 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Die Eigenkapitalrendite der Gesellschaft beläuft sich auf 23,2 Prozent. Im Vorjahr hatte sie 15,2 Prozent betragen.

Bilanzgewinn von 92,3 Millionen Euro

Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung ergibt sich ein Bilanzgewinn von 92,3 Millionen Euro.

VERMÖGENSLAGE

Wesentliche Posten des Anlagevermögens der Deutschen Beteiligungs AG sind die DIREKT GEHALTENEN UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN, die unter dem Posten „Beteiligungen“ geführt werden, außerdem die ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN, die ihrerseits weitere Unternehmensbeteiligungen halten: Die DBAG hat bis 2006 Beteiligungen überwiegend direkt gehalten, seither hält sie ihre Beteiligungen aufgrund der Struktur der DBAG-Fonds indirekt. Außerdem gehören zum Anlagevermögen die WERTPAPIERE DES ANLAGEVERMÖGENS; diese Wertpapiere sind wesentliche Teile der Finanzmittel der Deutschen Beteiligungs AG. Zusammen mit den flüssigen Mitteln stehen sie für künftige Investitionen zur Verfügung.

Kurz-Bilanz der Deutschen Beteiligungs AG (auf Basis HGB-Abschluss)
in Tsd. € 2013/20142012/2013
Passiva299.304247.225
Anteile an verbundenen Unternehmen 128.013 121.134
Beteiligungen 19.900 43.279
Wertpapiere 97.073 57.570
Sonstiges Anlagevermögen 1.455 1.307
Anlagevermögen246.441223.290
     
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 27.309 18.010
Flüssige Mittel 23.302 2.309
Umlaufvermögen50.61120.319
     
Rechnungsabgrenzungsposten344385
Sonstige Aktiva1.9083.231
Aktiva299.304247.225
     
Gezeichnetes Kapital 48.533 48.533
Kapitalrücklage 141.394 141.394
Gewinnrücklagen 403 403
Bilanzgewinn 92.276 43.259
Eigenkapital282.606233.589
     
Rückstellungen16.48113.235
Verbindlichkeiten217327
Rechnungsabgrenzungsposten074

Die Anteile an den verbundenen Unternehmen sind von 121,1 Millionen Euro im Vorjahr um 6,9 Millionen Euro auf 128,0 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013/2014 gestiegen. Der Anstieg ist auf die Investitionen in eine Beteiligung (Unser Heimatbäcker), weitere Finanzierungsabrufe der Wachstumsfinanzierungen (DNS:net, inexio) und Investitionen in bestehende Beteiligungen zurückzuführen.

Nach der Veräußerung der Beteiligung an der Homag Group AG ging der Wertansatz der direkt gehaltenen Beteiligungen deutlich auf 19,9 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 43,3 Millionen Euro). Investitionen erfolgen indirekt, Zuschreibungen sind durch die Obergrenze der Anschaffungskosten begrenzt, Abschreibungen waren nicht vorzunehmen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens erhöhten sich im Geschäftsjahr per Saldo um 39,5 Millionen Euro auf 97,1 Millionen Euro.

Umlaufvermögen: Deutlicher Anstieg aufgrund höherer flüssiger Mittel

Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Lauf des Geschäftsjahres deutlich: Zum 31. Oktober 2014 betrug es 50,6 Millionen Euro, das sind 30,3 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Nahezu die Hälfte des Umlaufvermögens zum aktuellen Stichtag entfiel auf Flüssige Mittel; ein weiterer Bestandteil sind Forderungen gegen ein Beteiligungsunternehmen aus nicht ausgeschütteten Gewinnzuweisungen.

Rückstellungen: Höher als im Vorjahr

Die Rückstellungen betrugen am Bilanzstichtag 16,5 Millionen Euro, 3,3 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor (13,2 Millionen Euro). Die Rückstellungen betreffen ganz überwiegend erfolgsabhängige Vergütungen im Personalbereich; 4,2 Millionen Euro davon entfielen auf das vergangene Geschäftsjahr, rund 4,2 Millionen Euro wurden in den zurückliegenden acht Geschäftsjahren gebildet, unterliegen aber noch einer Auszahlungssperre.

FINANZLAGE

Besonderheiten bei der Bewertung der Finanzsituation:
Cashflow von unregelmäßigen Mittelabflüssen geprägt

Die zum Ende des Geschäftsjahres ausgewiesenen hohen FINANZMITTEL von 120,4 Millionen Euro (Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 97,1 Millionen Euro sowie Flüssige Mittel von 23,3 Millionen Euro) stehen zur Erfüllung der gegebenen Investitionszusagen zur Verfügung. Aus dem geplanten Investitionsfortschritt der kommenden drei bis vier Jahre ergibt sich für die DBAG ein durchschnittlicher Liquiditätsbedarf von jährlich etwa 50 Millionen Euro; der tatsächliche Bedarf kann stark schwanken.

Kapitalstruktur: Keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Deutsche Beteiligungs AG hat ihre Aktivitäten im Geschäftsjahr 2013/2014 aus den vorhandenen Finanzmitteln finanziert. Zum 31. Oktober 2014 wies die Gesellschaft ein Eigenkapital von 282,6 Millionen Euro aus. Zum 31. Oktober 2013 hatte es 233,6 Millionen Euro betragen; davon wurden 16,4 Millionen Euro als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Die EIGENKAPITALQUOTE ist mit 94,4 Prozent (Vorjahr: 94,5 Prozent) unverändert sehr hoch.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Jahresüberschuss: Erfolgreiche Veräußerung führt zu deutlicher Übererfüllung der Prognose

Der Jahresüberschuss der Deutschen Beteiligungs AG hängt wesentlich davon ab, inwieweit größere Veräußerungsgewinne erzielt werden können und ob substanzielle Wertberichtigungen aufgrund dauerhafter Wertminderungen vorzunehmen sind. 2012/2013 war der Gewinn von 35,6 Millionen Euro ganz wesentlich auf eine erfolgreiche Veräußerung zurückzuführen. Ob eine solche Veräußerung auch 2013/2014 gelingen würde, konnten wir zu Beginn des Geschäftsjahres nicht absehen. Deshalb hatten wir einen Jahresüberschuss „deutlich unter dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres“ 2012/2013 prognostiziert. Mit 65,4 Millionen Euro wurde das Vorjahresergebnis tatsächlich nahezu verdoppelt, weil die mit Abstand größte Beteiligung im Portfolio ausgesprochen erfolgreich veräußert werden konnte.